Ladesäulen sind noch dünn gesät – und manchmal ist der Parkplatz davor von einem konventionellen Fahrzeug besetzt. Foto: shutterstock

Smart gefunden

Funkbasierte Internet of Things (IoT)-Lösungen machen es möglich, freie Stellplätze und Ladestationen für Elektrofahrzeuge gezielt anzuzeigen.

Studien zufolge kreisen Autofahrer in Großstädten durchschnittlich mehr als 40 Stunden im Jahr ums Carré, um Parkplätze zu finden und verursachen damit rund 30 Prozent des innerstädtischen Verkehrs. Fachleute schätzen, dass sich der Schaden durch die verlorene Zeit und den zusätzlichen Kraftstoffverbrauch in Deutschland jährlich auf mehr als 40 Milliarden Euro summiert. Hinzu kommen die negativen Auswirkungen der Abgase auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen.

„Ressourcenverschwendung und Umweltbelastung im innerstädtischen Verkehr lassen sich durch smarte Sensorik als integraler Teil vernetzter Mobilitätslösungen erheblich reduzieren“, sagt Matthias Behrens, Geschäftsführer der ZENNER IoT Solutions. Dabei helfe die LPWAN-Funktechnologie (Low Power Wide Area Network), die das Hamburger Unternehmen und das Mutterhaus ZENNER International in Saarbrücken für ihre Internet-of-Things-Lösungen einsetzen.

Und das funktioniert so: Ein LPWAN-Sensor sendet jedes Mal eine Nachricht an im Stadtgebiet verteilte IoT-Gateways, wenn sich der Zustand des Parkplatzes ändert, sprich, wenn er entweder belegt oder wieder frei wird. „Diese Nachrichten sind klein und ihre Übertragung energiesparsam, sodass moderne, batteriebetriebene Parkplatzsensoren eine extrem lange Lebensdauer haben und Smart-Parking-Lösungen günstig zu betreiben sind“, so Behrens. Die Informationen über den Belegungszustand des Parkplatzes landen im Backend des Mobilitätssystems, wo sie verarbeitet und den Endnutzern per Navigationssystem, Smartphone-App oder Website zugänglich gemacht werden. So können Autofahrer gezielt den nächstgelegenen freien Parkplatz ansteuern.

Freie Parkplätze mit Ladesäule

Sehr nützlich ist diese Navigationshilfe beispielsweise auch für Besitzer von Elektro-Autos. Denn die stehen nicht nur vor dem Problem, dass Ladesäulen derzeit noch recht selten, nicht durchgängig dokumentiert und daher gerade für Ortsunkundige schwer zu finden sind. Zudem kommt es immer wieder vor, dass Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren unberechtigt Parkplätze mit Ladeinfrastruktur belegen. Zwar können Anbieter und Betreiber von Ladesäulen meist detektieren, wenn ein strombetriebenes Fahrzeug dort gerade aufgeladen wird. Unklar bleibt jedoch, ob ein vermeintlich freier Lade-Parkplatz tatsächlich durch ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor blockiert wird. Dann müssen die E-Mobil-Nutzer weitersuchen – und hoffen, rechtzeitig eine freie Ladesäule zu finden, bevor die Batterie leer ist.

„Für dieses Szenario bieten wir mit dem LPWAN-Ansatz in gleicher Weise Abhilfe“, berichtet Behrens über ein aktuelles Projekt. Ein Parkplatzsensor überwacht die Belegung der mit Stromladesäulen ausgerüsteten Stellplätze und übermittelt den Frei- beziehungsweise Belegt-Status ins Backend. Fahrern von Elektroautos wird die Info über freie Ladeplätze in Echtzeit zur Verfügung gestellt und per App visualisiert. „Vergebliche Anfahrten auf Stellplätze, die durch Falschparker belegt sind, lassen sich damit zuverlässig vermeiden“, so Behrens. So können das Verkehrsaufkommen und damit die Luftverschmutzung in Städten gesenkt werden. Zudem, so der IoT-Experte, biete Smart Parking über LPWAN-Funktechnologie in Verbindung mit einer Parking-App den Kommunen und Stadtwerken eine effektive Möglichkeit, sich gegenüber Bürgern und Kunden als moderne Dienstleister zu positionieren.

Kontakt: Zenner IoT Solutions GmbH, Matthias Behrens, 20097 Hamburg, Tel. +49 (0)40 36844840, mb@zenner-iot.com

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