Trendanalyse Übertragungsnetzentgelte 2019: Preise sinken in der Höchstspannung

Auf Stromverbraucher kommen in 2019 möglicherweise sinkende Kosten für die Netznutzung zu. Für einen Beispielkunden sinkt der Preis im Höchstspannungsnetz von Amprion am deutlichsten – um ca. 20,02 Prozent. Die Kostenentlastung beläuft sich bei 50Hertz Transmission auf etwa 14,04 Prozent, bei TenneT TSO auf rund 9,22 Prozent und im Netz von TransnetBW auf ungefähr 0,87 Prozent. Das ergeben erste Analysen der GET AG zu den heute vorläufig von den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) für 2019 veröffentlichten Preisblättern. Zudem wirken sich Vorgaben des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes (NEMoG) erstmals auf die Entgeltkalkulation für 2019 aus. Offshore-Netzanschlusskosten in eigener Umlage Ein kostensenkender Effekt bei Netzentgelten ergibt sich aus der Überführung der Offshore-Netzanschlusskosten in die Offshore-Netzumlage.

Foto: GET AG

Bedingt durch Änderungen infolge des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes (NEMoG) werden zum 1. Januar 2019 die Offshore-Anbindungskosten rechnerisch nicht mehr in den Netzentgelten der Übertragungsnetzbetreiber berücksichtigt, sondern in den Belastungsausgleich nach § 17f EnWG überführt. Die Kosten werden somit über den etablierten Mechanismus der Offshore-Netzumlage (bisher Offshore-Haftungsumlage) als Aufschlag auf die Netzentgelte erhoben, was zu einer Reduzierung der Übertragungsnetzentgelte führt. Einführung bundeseinheitlicher Übertragungsnetzentgelte Im Rahmen des NEMoG erfolgt ab 2019 zudem die schrittweise Angleichung der Übertragungsnetzentgelte bis zum Jahr 2023. Für 2019 bedeutet dies, dass erstmals ein bundeseinheitlicher Netzentgeltanteil von 20 Prozent bei den Entgelten der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber zum Ansatz gebracht wird. Während dies laut TransnetBW beispielsweise zu einer Mehrbelastung der eigenen Netzkunden führe, trüge die Angleichung nach Angaben von TenneT hingegen – neben der Auslagerung der Netzanschlusskosten – zu einer Senkung der TenneT-Entgelte bei.

Auch wenn grundsätzlich der Vorbehalt nachträglicher Korrekturen bis zum Jahresende gilt, können Verteilnetzbetreiber unter Berücksichtigung der regulatorischen Rahmenbedingungen die Preisindikation aus den vorgelagerten Netzen jetzt anteilig in ihre Kalkulation einbeziehen. Eine veränderte Kostensituation ist vielerorts auch für die Mittel- und Niederspannung zu erwarten. Ersten Aufschluss darüber müssen die übrigen Netzbetreiber spätestens bis zum 15. Oktober geben. Der Anteil der Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber am gesamten Strompreis eines Privathaushaltes macht nach Angaben von 50Hertz Transmission rund fünf Prozent aus.

www.get-ag.com

Mehr zu diesem Thema

Publikationen des 50,2 Verlages


Der Branchenleitfaden für Stadtwerke und Netzbetreiber
Die "gelben Seiten" der IT-Sicherheit



Der Branchenleitfaden für Stadtwerke und Netzbetreiber
Die "gelben Seiten" des Smart Metering-Marktes

Der Rollout-Leitfaden für die Praxis
Unterstützung bei der Einführung der Smart-Meter-Technologie.