Smarte Backends

Mit der EMT Plattform und dem IoT-Backend- System ELEMENT erweitert ZENNER sein Portfolio als IoT-Komplettanbieter

Gut anderhalb Jahre ist es her, dass sich ZENNER auf den Weg gemacht hat, Stadtwerke, Versorger und energienahe IT-Dienstleister bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse zu unterstützen. Das Saarbrücker Unternehmen setzt dabei auf die LoRaWAN-Funktechnologie und entwickelt Lösungen etwa für Trafofernüberwachung, Füllstandkontrolle von Abfallbehältern, Smart Lighting, Smart Parking, Mehrspartenauslesung, Schachtzählerauslesung, Submetering sowie viele weitere Überwachungs- und Steuerungsaufgaben in Städten und Gebäuden. Doch die Funktechnologie allein macht noch keine IoT-Anwendung, denn die Daten aus dem Feld müssen regelkonform verarbeitet, aufbereitet und für entsprechende Applikationen nutzbar gemacht werden. Auf Basis der EMT Plattform und des IoT-Backend-Systems ELEMENT bietet ZENNER künftig Prozessdienstleistungen für Externe Marktteilnehmer (EMT) und nicht regulierte IoT-Anwendungen an.

EMT Plattform als Datendrehscheibe

„Je komplexer und tiefer die IoT-Projekte, desto anspruchsvoller das Datenmanagement“, betont Dr. Dieter Varelmann, Key Account Manager bei der ZENNER Hessware GmbH in Mannheim. Das zur ZENNER-Gruppe gehörende Unternehmen verfügt mit der EMT Plattform über eine Datendrehscheibe, die vor allem Anwendungen im regulierten Smart Metering- Umfeld gesetzeskonform unterstützt. ZENNER Hessware hat sich seit vielen Jahren auf das Schalten von Anlagen und Verarbeiten von Messwerten spezialisiert. Schon heute werden, wie Varelmann berichtet, täglich rund 14 Mio. Messwerte aus Bestandszählern über die ZENNER Hessware Plattform verarbeitet und an die Kunden weitergeleitet. Zudem steuern Versorger und IT-Dienstleister mit der EMT Plattform große Windparks.

Infrastruktur für Mehrwertdienste im regulierten Bereich. Foto: ZENNER International GmbH & Co. KG

Die EMT Plattform kann nach Angaben der Entwickler mit verschiedenen Controllable Local Systems (CLS)-basierten Applikationen zusammenarbeiten, Relais-Boxen schalten, Geräte konfigurieren und von verschiedenen Zählertypen Messwerte empfangen. Aktuell wird das gemeinsam mit ZENNER entwickelte CLS-Gateway für den offenen Open Metering System (OMS)-Standard erweitert. Das Gerät, das Daten aus Messgeräten, Sensoren und Aktoren im Feld empfängt und ans Backendsystem weiterleitet, beherrscht dann nicht nur den LoRaWANStandard, sondern auch die OMS-Modes 2, 5 und 7 sowie die Varianten M-Bus und Wireless M-Bus. Gleichzeitig will ZENNER Hessware derzeit die Weichen für eine reibungslose Kopplung von EMT Plattform und Smart Meter Gateway (SMGW) an der CLS-Schnittstelle stellen. Mit vier SMGW-Herstellern wurden die notwendigen Implementierungen bereits abgeschlossen, mit zwei weiteren Anbietern ist dieser Schritt geplant.

Ziel ist es, die EMT Plattform für die Einsatzszenarien Metering, Submetering, IoT-LoRaWAN, RLM-Messstellenbetrieb, CLS-Schalten und Big-Data-Anwendungen fit zu machen. Weitere Einsatzszenarien können laut Varelmann im Austausch mit Kunden konfiguriert werden. Die für ein Einsatzgebiet jeweils benötigten Module, Funktionen und Konnektoren zu Drittsystemen könnten bedarfsgerecht aktiviert und flexibel kombiniert werden. Der Kunde hat dabei die Wahl zwischen einer von ZENNER Hessware betriebenen Cloud (SaaS) oder dem Hosting im eigenen Rechenzentrum (on Premise). „Somit legt die EMT Plattform von ZENNER Hessware das Fundament für ein breites Spektrum von Anwendungen, etwa im Bereich Submetering“, fasst der Key Account Manager zusammen.

Rolle des aktiven EMT inkludiert

ZENNER Hessware will bis Ende 2018 nach DIN ISO 27.001 zertifiziert sein und somit alle Sicherheitsanforderungen an ein regelkonformes Datenmanagement für aktive Externe Marktteilnehmer (EMT) erfüllen. Wer die EMT Plattform als Bindeglied zwischen Smart Meter Gateway (SMGW) und den eigenen IT-Systemen nutzt, muss dann lediglich die weitaus geringeren Anforderungen an passive EMT erfüllen. Dieter Varelmann: „Dies kommt insbesondere kleinen Unternehmen entgegen, weil sie neue Mehrwertservices vergleichsweise unkompliziert auf den Weg bringen können.“

Damit will ZENNER den Stadtwerken ermöglichen, sofort nach dem Start des Rollouts intelligenter Messsysteme (iMSys) das SMGW außerhalb des regulierten Bereichs zu vermarkten. Indem Externe Marktteilnehmer über das SMGW und den BSI-zertifizierten CLS-Kommunikationskanal Daten transferieren, können Messstellenbetreiber sofort zusätzliche Geschäftsmodelle aufsetzen. „So lockern sie das enge Korsett der Preisobergrenze bei Einbau und Betrieb intelligenter Messsysteme und verkürzen den Return on Investment“, argumentiert Dieter Varelmann.

Sprungbrett für Mehrwerte

Damit, so Varelmann, müssten Marktakteure, die IoT-Anwendungen ausprägen wollen, auch keineswegs bis zum Rollout der Intelligenten Messsysteme warten. „Das End-to-End- Angebot zur Realisierung von IoT-Anwendungen von ZENNER bietet ein Sprungbrett, umgehend Mehrwert-Anwendungen zu realisieren und neue Geschäftsmodelle zu starten“, betont er. „Sobald das IoT-Netz aufgebaut ist – das ist für Versorger mit ZENNER als Partner schnell realisierbar – kann es operativ losgehen.“

Spätestens hier kommt die ELEMENT-Plattform der ZENNER IoT Solutions GmbH ins Spiel – ein technologieunabhängiges Datenbanksystem, mit dem sich Geräte, Sensoren, Aktoren und Netzwerkkomponenten unterschiedlicher Hersteller und Technologien verwalten lassen. „Darüber hinaus bildet die raffinierte Architektur die Grundlage für ein hochflexibles und feingranulares Rechtemanagement“, erläutert Geschäftsführer Matthias Behrens. „Weiterhin übernimmt ELEMENT Aufgaben wie Datenaggregation, -visualisierung und -weiterleitung.“

Plattformen arbeiten zusammen

Bei gewissen Aufgaben und Konstellationen arbeiten beide Plattformen auch zusammen. „Die EMT Plattform ist ELEMENT dann vorgeschaltet, wenn die speziellen EMT-Funktionen benötigt werden“, erläutert Sebastian Heß, Geschäftsführer der ZENNER Hessware GmbH. „Dies trifft auf den regulierten Bereich und alle Gebiete zu, die eine ISO 27.001 Zertifizierung inklusive Datenflusskontrolle notwendig machen, etwa beim aktiven EMT. Ferner wird die EMT Plattform in der Lösungsarchitektur immer dann vorangestellt, wenn das Gateway ein IoT-Gateway oder eine Indoor Unit von ZENNER ist, da diese unseren Linux-Stack nutzen. Für LoRaWANGateways anderer Hersteller ist die EMT Plattform nicht erforderlich, hier agiert ELEMENT eigenständig.“

Im Grunde brauche sich der Anwender um all diese technischen Details aber nicht zu kümmern, meint ZENNER- Geschäftsführer Sascha Schlosser: „Entscheidend für den Nutzer ist, dass wir für alle Anwendungsfälle regelkonform funktionierende Lösungen bereitstellen können, die rasch einsatzbereit sind und unmittelbar Nutzeneffekte erzeugen können.“

Metering Days – STAND NR. 6

Kontakt: ZENNER Hessware GmbH, Dr. Dieter Varelmann, 68219 Mannheim, Tel.: +49 (0) 621 58 67 857-0, dvarelmann@hessware.de

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