Power to Gas: Greenpeace Energy und Energie des Nordens bauen Windgas-Elektrolyseur

Windparks nutzen statt abschalten – mit diesem Ziel bauen die Hamburger Energiegenossenschaft Greenpeace Energy und Energie des Nordens aus Ellhöft einen Elektrolyseur zur Produktion von „grünem“ Wasserstoff durch Windenergie. Der Windgas-Elektrolyseur im schleswig-holsteinischen Haurup mit einer Nennleistung von einem Megawatt soll von 2020 an jährlich bis zu 3,75 Millionen Kilowattstunden Wasserstoff für die fast 20.000 proWindgas-Kundinnen und -Kunden von Greenpeace Energy ins Gasnetz einspeisen. Das Projekt wird vom Programm „Norddeutsche Energiewende 4.0“ (NEW 4.0) gefördert, in dessen Rahmen Technologien mit besonderem Nutzen für die Energiewende in der Praxis erprobt werden.

„Für das Gelingen und die Akzeptanz der Energiewende ist es höchste Zeit, dass wir gerade hier im Norden jede Kilowattstunde Windstrom nutzen, anstatt wie bisher die Anlagen abzuschalten, wenn das Netz mit Kohlestrom verstopft ist“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand von Greenpeace Energy, bei der Unterzeichnung des Vertrages für das Elektrolyseur-Projekt. Der Elektrolyseur in Haurup ist bereits der zweite, den die Greenpeace Energy eG mit Partnern baut. Der erste ging im Oktober 2016 im fränkischen Haßfurt in Betrieb. Auch beim Strombezug aus konkreten Lieferkraftwerken ist Greenpeace Energy Vorreiter und hat in der Ökoenergiebranche zudem den höchsten Anteil an Windstrom in seinem Strommix: Derzeit liegt er bei rund 50 Prozent. Greenpeace Energy beliefert bundesweit rund 130.000 Kunden mit grünem Strom, knapp 20.000 mit proWindgas und hat 24.000 Genossenschaftsmitglieder.

„Wir haben am Umspannwerk Haurup einen idealen Ort für unser Projekt gefunden“, sagt Reinhard Christiansen, Geschäftsführer von Energie des Nordens (EdN), ein Zusammenschluss von rund 80 regionalen Erneuerbaren-Unternehmen. „Zum einen können wir hier an einem Netzknotenpunkt überschüssigen Windstrom aus der gesamten Region nutzen. Und zum anderen läuft hier die kapazitätsstarke Gastransportleitung ‚Deudan’ vorbei, in die wir den produzierten Wasserstoff einspeisen können.“ Zum Projekt „Windgas Haurup“ tragen im Rahmen von NEW 4.0 auch der Stromnetzbetreiber Schleswig-Holstein Netz sowie Gasunie als Betreiber der Deudan-Gaspipeline bei. Auch wenn sich die Stromüberschüsse in der Region im Zuge des künftigen Netzausbaus reduzieren sollten, ist der Betrieb des Elektrolyseurs in Haurup gesichert: Dann unterstützt er mit seiner Fahrweise die Integration des Windparks Ellhöft in das Stromportfolio von Greenpeace Energy. Einen Vertrag über die Lieferung von grüner Energie aus sechs Windenergieanlagen des Typs AN-Bonus mit je 1,3 Megawatt Leistung hatten Greenpeace Energy und die Windparkbetreiber Anfang September abgeschlossen. Das so genannte „Power Purchase Agreement“ (PPA) und der Elektrolyseurbetrieb ermöglichen den wirtschaftlichen Weiterbetrieb des Windparks Ellhöft nach dem Auslaufen der EEG-Förderung zum Ende des Jahres 2020.

Neben der Windgas-Produktion bei sonst aufgrund von Einspeisemanagement (EinsMan) abgeschalteten Windkraftanlagen kann der neue Elektrolyseur auch Regelenergieleistung anbieten. Dazu fährt der Elektrolyseur auf Signale des Netzbetreibers hin seine Leistung hinauf oder herunter und stabilisiert so das Stromnetz, in dem Erzeugung und Verbrauch immer im Gleichgewicht sein müssen. Damit wird gezeigt, wie erneuerbare Energien in Verbindung mit intelligenten Technologien die nötige Versorgungssicherheit gewährleisten können.

www.greenpeace-energy.de

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