Festlegung des Xgen-Werts durch die Bundesnetzagentur stößt auf Kritik

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat den Wert des Xgen Strom mit 0,9 Prozent festgelegt. Der Xgen ist eine allgemeine Kostensenkungsvorgabe für alle Netzbetreiber. Für diese Schätzung zieht die BNetzA Vergangenheitswerte heran. Kommt sie im Ergebnis auf einen Wert größer als Null, heißt das, dass aus Sicht des Regulierers die Produktivität in der Netzwirtschaft höher ist als in der Gesamtwirtschaft sowie Löhne und Preise im Netzbetrieb weniger stark gestiegen sind als in der Gesamtwirtschaft. Das heißt: Die Inflationsrate für Güter, die für den Netzbetrieb notwendig sind, ist kleiner als die gesamtwirtschaftliche. Für Netzbetreiber führt das zu einer geringeren Erlösobergrenze. Damit reduziert sich ihr Budget. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der die Interessen der kommunalen Stromverteilnetzbetreiber vertritt, kritisiert: „Mit der Festlegung des Wertes auf 0,9 Prozent setzt die Bundesnetzagentur die Verteilnetzbetreiber unter hohen Druck und trifft sie und deren kommunale Eigentümer wirtschaftlich hart. Angesichts der bevorstehenden Aufgaben zum Um- und Ausbau der Stromverteilnetze ist das nicht vertretbar und kontraproduktiv.“

Bei der Berechnung habe die BNetzA einen entscheidenden Fehler gemacht, in dem sie für den prognostischen Xgen-Wert auf Daten, die weit in der Vergangenheit liegen, zurückgreife. Dazu der Verband: „Die herangezogenen Daten beruhen damit auf einer Energiewelt, die mit der aktuellen nicht mehr viel zu tun hat. Die Verteilnetzbetreiber stehen heute vor der Herausforderung, die Netze fit für die Zukunft zu machen: für mehr Erneuerbare, mehr Speicheroptionen, mehr Elektromobilität und mehr Intelligenz im Netz. Angesichts dieser Herausforderungen sollte man den handelnden Akteuren keine Steine in den Weg legen.“ Nach zwei Regulierungsperioden habe der Faktor Xgen insgesamt seine Berechtigung verloren, betont die kommunalwirtschaftliche Interessenvertretung. „Er wurde eingeführt, um den Abbau vermuteter „Monopolrenten“ zu beschleunigen, die nach Ansicht der BNetzA angeblich bei allen Netzbetreibern vorhanden waren. Diese sind nach zwei Regulierungsperioden mit Initialkürzungen in den damaligen Kostenprüfungen (teilweise haben Kürzungen um 50 Prozent stattgefunden) und der Anwendung des Xgen nicht mehr existent.“

www.vku.de

Mehr zu diesem Thema

Publikationen des 50,2 Verlages


Der Branchenleitfaden für Stadtwerke und Netzbetreiber
Die "gelben Seiten" der IT-Sicherheit



Der Branchenleitfaden für Stadtwerke und Netzbetreiber
Die "gelben Seiten" des Smart Metering-Marktes

Der Rollout-Leitfaden für die Praxis
Unterstützung bei der Einführung der Smart-Meter-Technologie.