Innovation mit Augenmaß

Für die digitale Zählerauslesung in allen Sparten gibt es unterschiedliche Optionen. Messdienstleister co.met unterstützt bei der Entscheidung und Umsetzung.

Mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) hat ein Wandel in der Energiewirtschaft begonnen, der sämtliche Prozesse und Systeme betreffen wird – allen voran die im Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) beschriebenen Aufgaben zur künftigen Erfassung und Datenübertragung von Stromverbräuchen. Auch die novellierte EU-Energieeffizienzrichtlinie, die sich derzeit in Brüssel in Verabschiedung befindet, stellt die Versorgungsunternehmen vor neue Digitalisierungsanforderungen. Nicht zuletzt aufgrund der technologischen Entwicklungen rund um das intelligente Messsystem denken viele Stadtwerke daher auch über die Ableseprozesse von Gas-, Wasser- und Wärmezählern nach.

Foto: co.met GmbH

„Ich erwarte auch in diesen Bereichen zumindest mittelfristig den Einzug digital gestützter Prozesse und Lösungen“, sagt Peter Backes, Sprecher der Geschäftsführung der co.met GmbH in Saarbrücken. Der Messdienstleister betreut über 400 Kunden, darunter zahlreiche Energieversorger, Stadtund Gemeindewerke, und kennt die Anforderungen der Kunden aus der täglichen Praxis. Dort ändern sich die Rahmenbedingungen: Die klassische Vor-Ort-Ablesung von Zählern ist bekanntermaßen sehr personal- und kostenintensiv. In Zeiten steigenden Kostendrucks bei den Stadtwerken steht dieser Prozess daher naturgemäß auf dem Prüfstand – zumal es für Versorger zunehmend schwer wird, geeignetes Personal zu rekrutieren. Erschwerend wirkt sich zudem aus, dass auch die Endkunden diese Form der Verbrauchsablesung immer weniger unterstützen, sodass der Ableser nicht selten vor verschlossenen Türen steht.

Digitale Ansätze bieten hier fraglos Optimierungspotenziale, allerdings empfiehlt Peter Backes, realistisch zu bleiben: „Das Messwesen in Deutschland wird nach allgemeiner Einschätzung und Erfahrung nicht auf einen Schlag vollständig digital und nicht alle Zähler werden morgen mittels intelligenter Messsysteme fernausgelesen werden können. Vielmehr werden sich digitale Lösungen sukzessive verbreiten,“ ist er überzeugt. „Für die Dauer dieser Phase werden Lösungen benötigt, mit denen die jeweiligen ‚Restmengen‘ möglichst kosteneffizient bearbeitet werden können. Genau hier setzen wir mit unseren digital erweiterten Lösungen an.“

Kundenselbstablesung

Ein Beispiel ist die Kundenselbstablesung – ein seit Jahren etabliertes Verfahren, das co.met mit seinem Messdienstleistungspaket co.read unterstützt. Neben der klassischen Ablesekarte gewinnen hier auch „digitale“ Kanäle an Bedeutung und co.met bietet daher Kundenanschreiben per Mail, WhatsApp oder SMS sowie kundenseitige Rückmeldewege über Online-Portale, QR-Codes oder per Fax an. „Für Versorger bedeutet das verkürzte Kampagnen- laufzeiten, verringerte Ablesekosten sowie Rücklaufquoten von 90 Prozent und mehr“, fasst Peter Backes den Nutzen zusammen. Die beiden Lösungswelten – co.read und die Smart-Metering-Lösung Smart Energy Network (SEN) – werden bis auf weiteres in Koexistenz betrieben.

Einbau von Funkmesstechnik

Eine echte Digitalisierung des Ableseprozesses wird mit Internet-of-Things(IoT)-Technologien möglich. Auch der Saarbrücker Messdienstleister hat daher sein Leistungsspektrum um Funk-Messtechnik erweitert.

„Unsere mobile Ablese-App unterstützt beispielsweise in der Version 4.0 nun neben der klassischen Sichtablesung beziehungsweise der Ablesung mittels Infrarot-Opto-Kopplern auch die Walk-by- oder Drive-by-Auslesung von entsprechend ausgestatteten Funk-Zählern“, erläutert Backes. Auch LoRaWAN- Zähler und -Sensoren sowie die Verarbeitung von Daten aus LoRaWAN-Systemen gehören heute zum Portfolio der co.met. „Dabei lassen sich sämtliche marktüblichen Varianten der Messwertbeschaffung mit nur einer Schnittstelle zum Abrechnungssystem nutzen“, sagt Backes. Ein weiterer Vorteil liege darin, dass sämtliche Systeme und Prozesse des Kunden weitestgehend unverändert bleiben können.

In der Landeshauptstadt Saarbrücken baut co.met aktuell ein flächendeckendes LoRaWAN-Netzwerk auf. Dort werden neben der praktischen Nutzung beim Metering eine Vielzahl neuer Anwendungsfälle erprobt, wie etwa eine hochaufgelöste Netzüberwachung, Füllstandsüberwachung von Containern oder die Überwachung von Gebäuden mit Türkontakten oder Temparatursensoren. Die hier geschaffenen Systeme und Lösungen sollen nach dem White-Label-Prinzip auch Dritten zur Vermarktung zur Verfügung gestellt werden. „Ich sehe hier vielfältige Möglichkeiten für unsere Stadt- und Gemeindewerkekunden“, sagt Backes. Doch auch hier will co.met sich breit aufstellen. Auch die Integration von Sigfox und NarrowBand IoT als weitere Technologien für zukünftige Anwendungsfälle wird beim Projekt berücksichtigt.

Kontakt: co.met GmbH, Verena Vallone, 66117 Saarbrücken, Tel. +49 (0) 681 587-2243, verena.vallone@co-met.info

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