Vom Mietrad zum Smart Metering

Bei der Datenkommunikation im intelligenten Messsystem arbeitet die Mainzer Netze GmbH mit Telefónica Deutschland zusammen.

Der Netzbetreiber Mainzer Netze GmbH muss im Zuge des Smart Meter Rollouts etwa 20.000 intelligente Messsysteme bei Verbrauchern mit einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch über 6.000 Kilowattstunden, steuerbaren Verbrauchern sowie Erzeugungsanlagen über sieben Kilowatt installieren. Die neuen Geräte können den Zählerstand alle 15 Minuten auslesen und übermitteln ihn an berechtigte Empfänger wie zum Beispiel den Stromlieferanten. Eine sichere und unterbrechungsfreie Datenverbindung ist dabei natürlich eine wesentliche Voraussetzung. In Mainz ist die Powerline-Kommunikation (PLC), die Datenübertragung über das Stromnetz, eine naheliegende und gut geeignete Technologie für die Anbindung der intelligenten Messsysteme. Rund 90 Prozent der Geräte können damit erreicht werden. Vor diesem Hintergrund hat sich die Mainzer Netze GmbH schon früh für eine Powerline-Lösung von PPC entschieden.

Mobilfunklösung ergänzt PLC

Um eine möglichst vollständige Verbraucherabdeckung zu erreichen, nutzt der Netzbetreiber zusätzlich ein spezielles Mobilfunkangebot. „Auf die Anbindung an intelligente Messsysteme ist Telefónica Deutschland sehr gut vorbereitet und hat für den bevorstehenden Start des Smart Meterings momentan das ausgereifteste Produkt“, sagt Daniel Kleid, Fachbereichsleiter IKT-Infrastruktur bei Mainzer Netze.

Konkret kommt die Global SIM zum Einsatz, die sich nicht auf ein einziges Mobilfunknetz beschränkt, sondern sich immer in das jeweils stärkste einbucht. Damit lässt sich auch unter schwierigen Bedingungen – etwa, wenn ein Zählerschrank aus Metall im Keller erreicht werden muss – eine möglichst stabile Kommunikation gewährleisten. „So werden wir in den wenigsten Fällen auf eine aufwändige Außenantennentechnik zurückgreifen müssen, um den Mobilfunkempfang zu gewährleisten“, zeigt sich Bastian Merz, Fachbereichsleiter Zähler-/Messmanagement bei Mainzer Netze, zuversichtlich.

Zuverlässige Kommunikation

Mit der Roaming-Funktion der Global SIM haben die Mainzer Stadtwerke bereits bei ihrem Fahrrad-Vermietungssystem MVGmeinRad gute Erfahrungen gesammelt. MVGmeinRad stellt den Einwohnern der rheinland-pfälzischen Hauptstadt an rund 120 festen Stationen Leihräder zur kostengünstigen Nutzung bereit. Jede Radstation ist mit einer Global SIM bestückt. Die Daten über die Ausleihe gelangen via Mobilfunk an die sogenannte Kopfstation. Dort werden die Abbuchungen verwaltet und die App gespeist sowie die Anwender über verfügbare Räder und freie Stellplätze informiert.

Die Grundversorgung der einzelnen Mobilfunknetzbetreiber ist nicht überall im Verkehrsgebiet gleich gut. Deshalb kam es früher immer wieder zu Problemen bei der Anbindung der Radstationen. „Seit einem Anbieterwechsel 2018 nutzen wir die Global SIM von Telefónica, und dank des Netz-Roamings erwarten wir, dass die Abdeckungsprobleme jetzt der Vergangenheit angehören“, erklärt Tina Smolders, Abteilungsleiterin bei MVGmeinRad.

Flexible Anpassung

Foto: Stadtwerke Mainz AG

Weitere Argumente für die Zusammenarbeit mit Telefónica Deutschland sind der Tarif IoT Connect und das flexible Administrations- Tool IoT Telefónica Kite Plattform.

IoT Connect ermöglicht unter anderem DatenPooling: Mit jeder zusätzlichen SIM-Karte innerhalb des Vertrags erhöht sich proportional das Datenvolumen, das alle SIM-Karten gemeinsam in Summe nutzen können.

An der IoT Kite Plattform gefällt Daniel Kleid insbesondere die Option, beim Billing verschiedene Empfänger definieren zu können, an die man separate Rechnungen stellt. Beifall findet auch die Möglichkeit, individuelle Anwendungen anbinden zu können. Damit war es zum Beispiel möglich, an die Global SIMs in den 120 Radstationen fortlaufende IP-Adressen zu vergeben, um die Verwaltung zu vereinfachen.

Für künftige Anwendungen beim Smart Metering könnte es nützlich werden, Grenzwerte für das verbrauchte Datenvolumen zu setzen. „Es ist denkbar, dass es früher oder später Stromtarife mit ständig schwankenden Preisen gibt“, spekuliert Bastian Merz. Solche Tarife würden den Datenverkehr zwischen Smart Meter Gateway und Zentrale stark erhöhen. „Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, könnten wir individuell definierbare Datenlimits setzen, bei deren Überschreitung wir automatisch eine Warnung erhalten“, erläutert der Fachbereichsleiter Zähler-/Messmanagement. Einen weiteren Vorteil der IoT Kite Plattform hat eine derzeitige Pilotanwendung im Bereich Metering offengelegt: Wenn Gebäude oder Wohnungen über längere Zeit leer stehen, lassen sich die SIM-Karten in den Smart Meter Gateways einfach deaktivieren. „Erst wenn die Wohnung wieder genutzt wird, schalten wir die Karte erneut scharf. Somit sparen wir die Gebühren während der Nutzungspause“, beschreibt Bastian Merz den Nutzen.

Kontakt: Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Tel.: 0800 6224463 (kostenfrei), telefonica@bs-m2m.de

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