Intelligent geschützt

WAGO Stand 2-402, DEHN Stand 2-110

Smarte Netzkomponenten sind erheblich anfälliger für Blitz- und Überspannungsschäden als die bisherige Netzinfrastruktur. WAGO und DEHN bieten gemeinsam Lösungen.

Dunkle Wolken türmen sich am Horizont auf, aus der Ferne ist ein leises Donnergrollen zu vernehmen. Dann zucken erste Blitze am Himmel – und plötzlich bricht das Unwetter los. Viele hunderttausend Mal im Jahr gewittert es in Deutschland. Bis zu zwei Millionen Blitze schlagen dabei ein. Manche kommen auf eine Stromstärke von über 100.000 Ampere oder sogar mehr. Häufig beträgt die Spannung hundert Millionen Volt und mehr. Fehlt es an einem ausreichenden Blitz- und Überspannungsschutz, können elektronische Geräte, Anlagen und Einrichtungen schon bei einem leichten Gewitter großen Schaden nehmen. Gefährlich sind nicht nur Blitze, die in oder unmittelbar neben der Anlage einschlagen. Die Störimpulse können auch über die eingeführten Versorgungsleitungen übertragen werden. Abhängig von der Bodenbeschaffenheit und weiteren Faktoren beträgt der Gefährdungsradius bis zu zwei Kilometer um den Ort des Einschlags herum.

Energiewende erhöht Schutzbedarf

Bei der Ausrüstung von Ortsnetzstationen mit Steuerungstechnik setzt WAGO auf DEHN-Komponenten. Foto: WAGO Kontakttechnik GmbH & Co.KG

„Bislang mussten sich die Verteilnetzbetreiber um ihre deutschlandweit rund 600.000 Ortsnetzstationen keine Sorgen machen“, sagt Daniel Wiese, Global Key Account Manager Smart Grid bei WAGO. „Denn dort ist schlichtweg keine Elektronik verbaut worden, die durch einen Blitzeinschlag gefährdet war.“ Das ändert sich jetzt. Die volatile Einspeisung in die Verteilnetze nimmt zu, die Lastflüsse fluktuieren zunehmend. Um die damit verbundenen Spannungsschwankungen zu kontrollieren, rüsten immer mehr Netzbetreiber ihre Ortsnetzstationen mit „intelligenten“ elektrotechnischen Komponenten wie Kommunikations- und Fernwirktechnik auf. Instrumente wie regelbare Ortsnetztransformatoren, Längsspannungsregler oder fernbedienbare Lasttrenn- und Leistungsschalter auf der Mittelspannungsebene kommen zunehmend zum Einsatz, um das Stromnetz stabil zu halten. Die Krux dabei: Je mehr elektrotechnische Geräte und Einrichtungen in den Ortsnetzstationen verbaut sind und je komplexer und vernetzter die lokale Stromversorgung wird, desto größer ist das Risiko blitzbedingter Schäden. Als Nahtstelle zwischen Mittel- und Niederspannungsnetz sind die Ortsnetzstationen hier besonders gefährdet.

Für WAGO als Anbieter von Mess-, Steuerungs-, Regelungs- und Fernwirktechnik ergeben sich daraus neue Herausforderungen. „In zahlreichen der bereits mit intelligenter Technik ausgestatteten Ortsnetzstationen organisieren unsere Controller die Kommunikation zwischen den einzelnen Primärkomponenten“, erläutert Daniel Wiese. „Und natürlich wollen wir dem Netzbetreiber auch für den Fall eines Blitzeinschlags einen sicheren, störungsfreien Betrieb der Controller garantieren.“ Daher hat sich WAGO einen erfahrenen Partner an die Seite geholt: die Firma DEHN aus Neumarkt in der Oberpfalz – ein Familienunternehmen mit weltweit rund 1.800 Mitarbeitern, das seit mehr als hundert Jahren Lösungen für den Blitz- und Überspannungsschutz entwickelt und fertigt. Die Philosophie von DEHN ist es, nahezu alle benötigten Komponenten selbst herzustellen. Zudem prüft das Unternehmen die Produkte in seinen Labors auf ihre Schutzwirkung, bevor sie ausgeliefert werden. „Das gibt den Kunden größtmögliche Sicherheit“, erklärt Tobias Kerschensteiner, Business Development Manager bei DEHN.

Neben den Überspannungsableitern für die Energietechnik verwendet WAGO auch Produkte des Partners, die speziell auf die Einsatzgebiete in Wireless- Applikationen für Geräte- und Antennenschnittstellen in koaxialer Anschlusstechnik zugeschnitten sind. Zusammen bieten sie einen Schutz, der Spannungsspitzen sicher ableitet, bevor sie die Controller schädigen können. Dabei stellt Daniel Wiese einen weiteren Vorzug heraus: „Die platzsparende Hutschienenmontage der DEHN-Ableiter trägt dazu bei, dass WAGO seine Lösungen sehr kompakt gestalten kann.“

Vorausschauende Wartung

„Zusammen mit WAGO können wir den Netzbetreibern
maßgeschneiderte Lösungen bieten.“
Tobias Kerschensteiner, Business Development Manager bei DEHN. Foto: DEHN und Söhne GmbH und Co.KG

Die WAGO-Steuerung macht es dabei möglich, die Schutzlösungen von DEHN in das Leitsystem der Netzbetreiber einzubinden. „Das ist mit Blick auf Predictive Maintenance sehr von Vorteil“, sagt Kerschensteiner. „Netzbetreiber können so von der Leitwarte aus überprüfen, ob der Überspannungsschutz ordnungsgemäß funktioniert.“ Techniker müssen die Anlage nur noch dann aufsuchen, wenn dort tatsächlich ein Problem vorliegt oder in absehbarer Zeit vorliegen könnte. Auf Routinekontrollen vor Ort können die Unternehmen damit verzichten. Das ist ein großer Gewinn für die Netzbetreiber, da viele von ihnen gar nicht genug qualifizierte Mitarbeiter haben, die solche Aufgaben übernehmen könnten. „Der Fernzugriff auf die Betriebsdaten macht die Wartung der Schutzeinrichtung sehr effizient, ohne dass dafür Abstriche bei der Sicherheit in Kauf genommen werden müssen“, erklärt Kerschensteiner.

Dabei erfüllen die Produkte die seit Oktober 2016 geltenden Normen VDE 0100-443 und VDE 0100-534. Diese definieren neue Anforderungen an den Schutz elektrischer Einrichtungen und Anlagen vor Überspannungen, die durch atmosphärische Einflüsse oder Schalthandlungen verursacht werden.

Vom Produkt zur Lösung

Die optimale Gestaltung eines Schutzkonzepts hängt jedoch stark von den örtlichen Gegebenheiten ab. Beide Partner sehen sich daher nicht mehr nur als Produkt-, sondern insbesondere auch als Lösungslieferanten. Die Kunden werden daher nicht mit Standardprodukten bedient, sondern individuell beraten, betont Kerschensteiner. „Zusammen mit WAGO können wir den Netzbetreibern maßgeschneiderte Lösungen bieten“, ergänzt er. Diese Strategie sei für die Kunden auch deshalb von Vorteil, weil sie technische Einrichtungen wie Ortsnetzstationen über einen sehr langen Zeitraum betreiben. (pq)

Kontakt: WAGO Kontakttechnik GmbH & Co.KG, Daniel Wiese, 32423 Minden, Tel. +49 571 887-0, daniel.wiese@wago.com
DEHN + SÖHNE GmbH + Co.KG., Tobias Kerschensteiner, 92306 Neumarkt, Tel.: +49 9181 906-0,

 

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