Bericht per Click

Mit intelligenten Algorithmen und digitalen Zählerdaten automatisiert die Software connect enlight das Berichtswesen und Controlling dezentraler Erzeugungsanlagen.

Die Energieversorgung in Deutschland zählt zu den weltweit wohl am stärksten regulierten Branchen und daran hat auch die Energiewende nichts geändert – im Gegenteil. So müssen Betreiber von dezentralen Erzeugungsanlagen-, KWK- und Kesselanlagen regelmäßig umfangreiche kaufmännische Berichte einreichen, um ihrer Auskunftspflicht gegenüber Behörden nachzukommen oder von finanziellen Förderungen zu profitieren. Welch hoher Zeitaufwand dadurch im Arbeitsalltag entsteht, weiß man bei envia THERM aus eigener Erfahrung. Das Tochterunternehmen der enviaM plant, baut und betreibt nämlich selbst dezentrale Anlagen zur Erzeugung von Fernwärme, Prozessdampf und Druckluft in Ostdeutschland.

Entwicklung aus der Praxis

Als Betreiber zahlreicher eigener Anlagen kennt envia THERM die Anforderungen aus der Praxis. Fotos: envia THERM

Als im Jahr 2016 die Digitalisierung in den Fokus der Unternehmensstrategie rückte, lag es daher nahe, diese aufwändigen Prozesse genauer in den Blick zu nehmen. Konkretes Ziel war es, das hauseigene Know-how im Bereich dezentraler Erzeugungsanlagen mit Internet of Things (IoT)-Technologie zu koppeln und in einer cloudbasierten Software zu vereinen, die das Berichtswesen in der Energiebranche nachhaltig effizienter gestaltet. Rückmeldungen und Anregungen späterer Anwender flossen dabei von Beginn an in die Entwicklung der Berichtssoftware ein. Diese trägt den Namen connect enlight und ermöglicht nach Auskunft von envia THERM die vollautomatische Erstellung von gesetzlich geforderten kaufmännischen Berichten für dezentrale erneuerbare Energien, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie Kesselanlagen. Die Lösung wird nicht nur intern genutzt, sondern steht seit Mitte 2018 auch am Markt zur Verfügung. Besonders geeignet ist connect enlight nach Angaben von envia THERM für Fernwärmeversorger und Stadtwerke oder produzierende Unternehmen, die eigene Erzeugungsanlagen betreiben.

Ein Schwerpunkt der Lösung liegt derzeit auf dem steuerlichen Berichtswesen gemäß Energiesteuer- sowie Stromsteuergesetz, das als Voraussetzung für Steuerentlastungen für den Betreiber wirtschaftlich besonders relevant ist. Für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK)-Betreiber bietet connect enlight die gesetzlich geforderte monatliche und jährliche Berichterstattung gemäß KWK-Gesetz (KWKG). Zudem liefert connect enlight monatliche und jährliche Berichte an die statistischen Landesämter sowie Meldungen an Netzbetreiber. Je nach Bedarf kann die Berichterstellung und -übermittlung um weitere Formulare ergänzt werden.„Die Erstellung der Formulare erfolgt quasi auf Knopfdruck“, betont Richard Baum, zuständig für den Vertrieb von connect enlight. Zusätzlich profitieren die Anwender von stets aktuellen Formularen gemäß den gesetzlichen Vorgaben sowie einer kontinuierlichen Erweiterung der Lösung um neue Berichte.

Zählerbasiertes Berichtswesen

Zum Erstellen der Berichte werden Stammdaten und aktuelle Zählerdaten verwendet, wobei das neue Produkt alle gängigen Schnittstellen zum Anbinden von dezentralen Erzeugungsanlagen unterstützt. Neben klassischen RLM-Zählern können auch intelligente Messeinrichtungen mit einer Datenübertragung via Smart Meter Gateway (SMGW) angeschlossen und ausgelesen werden. „Hierdurch sind die Anwender von connect enlight zukunftssicher aufgestellt und können ihre Zähler auch nach erfolgtem Smart Meter Rollout zentral über ein System auslesen“, sagt Florian Preuß, verantwortlich für die Produktentwicklung bei envia THERM.

Für Wärmemengenzähler, zum Beispiel in Hausanschlussstationen, besteht die Möglichkeit einer Anbindung über den Wireless M-Bus oder Sigfox-Funkstandard. Bei Bedarf unterstützt envia THERM die Anlagenbetreiber bei der Auswahl und Installation der entsprechenden Technologie.

Darüber hinaus ist es möglich, bestehende Systeme über eine REST.API-Schnittstelle anzubinden und Zählerdaten im MSCONSoder CSV-Format manuell hochzuladen. „Im Ergebnis steht dem Kunden im System eine einheitliche Datenbasis der gesamten Zählerlandschaft zur Verfügung“, führt Florian Preuß aus. Die erhobenen Daten werden durch einen intelligenten Algorithmus automatisch in die jeweils benötigte Form gebracht. Dabei werden die Besonderheiten einzelner Anlagentypen – der eigene Prozesswärmeverbrauch von Biogasanlagen, unterschiedliche Ableseperioden für Strom- und Gas in der Kraft-Wärme- Kopplung und vieles andere mehr – automatisiert abgebildet. So ermöglicht die Software auch das Abbilden von Bilanzkreisen mit deren Hilfe beispielsweise Anlagen oder Standorte zusammengefasst werden können. Auch virtuelle Zähler beziehungsweise Bilanzierungszähler lassen sich in connect enlight erstellen. Diese erzeugen ihre Daten auf Grundlage von Berechnungen anderer Zeitreihen selbst. Um Revisionssicherheit und Transparenz zu gewährleisten, wird sowohl die Erstellung der Berichte als auch jede Änderung fortlaufend dokumentiert.

Anlagen im Überblick

Darüber hinaus liefert connect enlight wichtige Kennzahlen zu Erzeugungsanlagen. Anwender können sich Summenangaben zur Stromund Wärmeerzeugung sowie zum Strom- und Brennstoffverbrauch ausgeben lassen, sowie Betriebsstunden, Vollbenutzungsstunden und Nutzungsgrad im Blick behalten. Das anpassbare Dashboard visualisiert die Zählerwerte für Gas, Strom und Wärme dabei in Form von Diagrammen und Kennzahlen. Die Software bietet damit nicht nur ein Tool für das Berichtswesen, sondern auch für das technische und betriebswirtschaftliche Anlagencontrolling.

Auf der E-world energy & water 2019 stellt envia THERM connect enlight als Co-Aussteller der innogy SE – Anteilseigner der enviaM – in Halle 3, Stand 100 vor. (vb)

Kontakt: envia THERM GmbH, 06076 Halle (Saale), Tel: 0345 1324-3913, service@connect-enlight.de

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