EDNA e.V.: Mit der Blockchain zum sekundenschnellen Lieferantenwechsel

Auf der E-world 2019 zeigte die Blockchain-Initiative Energie (BCI-E) im EDNA Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation e.V in einem Live-Szenario am Gemeinschaftsstand des Fraunhofer-Instituts IOSB-AST und DiCentral sowie an den Messeständen von items, KISTERS und Regiocom, wie die Blockchain-Technologie den Lieferantenwechsel in der Energiewirtschaft in Zukunft beschleunigen kann. „Mithilfe der Blockchain-Technologie ist es möglich, den Kernprozess Lieferantenwechsel innerhalb von Sekunden statt Tagen zu vollziehen. Und dies verlässlicher und sicherer, bei deutlich reduzierten Kosten“, fasst Oliver Warweg, Gruppenleiter Energiewirtschaft am Fraunhofer IOSB-AST bei der Vorstellung der MaKoChain zusammen.

ID löst persönliche Daten ab

Die MaKoChain soll den Lieferantenwechsel in Sekundenschnelle abwickeln. Foto: EDNA

Die MaKoChain wurde auf Basis des Blockchain-Derivat Ethereum mit einem Smart Contract – einem Computerprotokoll, dass Verträge technisch abbildet – umgesetzt. Ethereum gilt besonders in der Energiewirtschaft als oft genutzte Entwicklungsumgebung, wie Warweg angibt. Der Prozess des Lieferantenwechsels wurde in einer geschlossenen Blockchain realisiert: Sie ist nur für die Marktrollen Stromlieferant und Verteilnetzbetreiber direkt zugänglich, was einen hohen Datenschutz gewährleisten soll. Den Zugang zur Blockchain regelt eine zentrale Instanz. „Das kann beispielsweise die Bundesnetzagentur sein“, so Warweg. Um die Speicherung personenbezogener Daten in der Blockchain zu vermeiden, wird zudem ein ID-Mapping umgesetzt. Die MaLo-ID genannte Kennung beinhaltet nur Angaben, die beim Lieferantenwechsel zwingend nötig sind, wie den frühestmöglichen Kündigungstermin oder das Vertragsende, den Stromlieferanten und den Verteilnetzbetreiber. Mit dem ID-Mapping können die Zeichen-Codes der Blockchain außerhalb der Plattform den Marktpartnern zugeordnet werden.

Im Prototypen MaKoChain ist die Kommunikation mit dem Messstellenbetreiber und die damit verbundenen Austauschprozesse der Zählerstände beziehungsweise Verbrauchswerte allerdings noch nicht eingeflossen. Auch wurden Themen wie Vertragswiderruf, Sonderkündigung/Auszug oder geplanter Anbieterwechsel bisher nicht abgebildet. Dennoch sieht Richard Plum, Produktmanager Consulting bei ProCom und Präsident der BCI-E die MaKoChain als „einen Vorschlag an, wie die Marktprpzesse in Zukunft einfacher und schneller gestaltet werden können.“ Plum fasst zusammen: „Natürlich gibt es eine Reihe von regulatorischen Fragen, die noch geklärt werden müssten, doch das halten wir für grundsätzlich machbar.“ (vb)

www.edna-bundesverband.de

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