Innovation für kleine Energieerzeuger: CHES entwickelt selbstlernende Steuerbox

Ein Forscherteam der TU Dresden unter Leitung von Jens Werner von der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik und Professur für Elektroenergieversorgung, hat eine neue Systemarchitektur entwickelt, um kleine Energieerzeugungsanlagen und Speicher effektiv und intelligent miteinander zu vernetzen: Die selbstlernende Steuerbox DInCo. Das System wurde im Rahmen des Projektes CHES (Combined Hybrid Energy Systems) konzipiert. Mit DInCo sollen Virtuelle Kraftwerke miteinander kommunizieren und koordiniert betrieben werden können. Vorrangiges Ziel dabei ist es nach Auskunft des Forscherteams, zu jedem Zeitpunkt möglichst viel erneuerbare Energie zu nutzen und gleichzeitig die Stabilität des Energieversorgungssystems gewährleisten.

Mit der Steuerbox DInCo und dem Koordinator COCo werden kleine Erzeugungsanlagen und Speicher miteinander vernetzt und intelligent gesteuert. Foto: TU Dresden / Jens Werner

Dafür wird die Erzeugungsanlage sowie Sensoren dieser an die Steuerbox angeschlossen. Die DInCo identifiziert dabei die verbauten Sensoren und die Anlage mittels Maschine Learning und konfiguriert sich entsprechend der angeschlossenen Geräte, wie die Entwickler erklären. Mittels der durch die Sensoren übermittelten Daten sowie nutzerspezifischen Prognosen sei die Steuerbox DInCo an jeder Anlage mit dem übergeordneten Koordinator COCo in der Lage, diese im Einklang mit der momentanen Erzeugung erneuerbarer Energien einzusetzen. „Die Architektur der Lösung von CHES erlaubt es, die Stromkosten für jeden möglichst gering zu halten, indem gezielt Mehrwertdienste wie zum Beispiel die Eigenbedarfsoptimierung und Vermarktung auf den Strombörsen verknüpft werden“, so Jens Werner. „Zusätzlich reduzieren wir die Anfangsinvestitionen, sodass Hemmnisse für den Umbau des Energieversorgungssystems abgebaut werden.“

Das CHES-Team überführt nach eigener Auskunft derzeit die bereits praktisch mit dem Oldenburger Energieversorger EWE AG erprobte Lösung in verwertbare Produkte. Gegen Ende 2019 planen die Forscher ihre Firmengründung und suchen für weitere Feldtests noch Projektpartner sowie Investoren. Anfang April wird sich das CHES-Team auf der Hannover Messe präsentieren, so Werner. Das Projekt „Combined Hybrid Energy Systems“ wird im Rahmen des EXIST Programms durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds gefördert. (vb)

https://ches.et.tu-dresden.de/

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