VDE|FNN: Neuer Netzzustandsmonitor sorgt für erhöhte Transparenz und bessere Abstimmung

21.03.2019

Um das Energiesystem auch künftig sicher und stabil zu halten, müssen sich die Netzbetreiber untereinander über alle Spannungsebenen hinweg enger austauschen. Nicht zuletzt gibt es durch die europäischen Network Codes Vorgaben, die eine engere Abstimmung der Netzbetreiber erfordern. Die Grundlage dafür hat der VDE|FNN mit dem neu definierten Netzzustandsmonitor geschaffen. Bereits seit Januar 2019 ist der Monitor im Rahmen der VDE-Anwendungsregel „Schnittstelle Übertragungs- und Verteilnetze“ (VDE-AR-N 4141-1) bundesweit verpflichtend. Demnach müssen alle Übertragungsnetzbetreiber und ihre untergelagerten Verteilnetzbetreiber den Monitor bis Ende 2020 umsetzen.

Der Netzzustandsmonitor ist eine Anzeige im Netzleitsystem, welche die aktuellen Netz- und Systemzustände mit Gefährdungen und Störungen darstellt. Dabei wird nach den Betriebszuständen Normal-, Alarm- und Notfallbetrieb unterschieden. Die wichtigsten Daten zum Netzzustand sind für die Netzbetreiber an Schnittstellen gegenseitig einsehbar. Damit sorgt der Netzzustandsmonitor für mehr Transparenz und fördert einen störungsfreien Betrieb der Übertragungs- und Verteilnetze.

Planungsprozesse ins Regelwerk aufgenommen

Die konkrete Zusammenarbeit der Netzbetreiber definiert VDE|FNN in verschiedenen Anwendungsregeln: Neben Vorgaben bezüglich der Schnittstellen zwischen Übertragungs- und Verteilnetzen (VDE-AR-N 4141-1) sind das die Kaskadierung von Maßnahmen für die Systemsicherheit von elektrischen Energieversorgungsnetzen (VDE-AR-N 4140), automatische Letztmaßnahmen (E VDE-AR-N 4142) und Regeln bezüglich der Schnittstellen zwischen Verteilnetz und Verteilnetz (VDE-AR-N 4141-2).

Neben Abstimmungen im operativen Netzbetrieb sind nun auch Planungsprozesse Teil des Regelwerkes. Dabei stimmen sich Netzbetreiber etwa über Netzausbau und betriebsbedingte Abschaltungen, beispielsweise bei notwendigen Wartungsarbeiten, ab. Wie im Straßen- und Schienenverkehr gilt auch im Netzbetrieb: Je höher die Netze ausgelastet sind, desto schwieriger ist es, Baumaßnahmen zu planen. Umso wichtiger ist es, dass sich Netzbetreiber bei geplanten Bauprojekten abstimmen und zum Beispiel Freischaltungen koordinieren und langfristig gemeinsam planen. (jr)

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