Smarter Kühlschrank: Wien Energie und Bosch setzen auf Blockchain-Technologie

08.04.2019 – In Kooperation mit Bosch hat Wien Energie erstmals einen Blockchain-Kühlschrank entwickelt. Der Kühlschrank zeigt, wie Haushalte ihren Stromverbrauch in Zukunft auf sichere und transparente Weise kontrollieren und beeinflussen können. Zur Steuerung dient eine App.

Via Smartphone oder Tablet kann so beispielsweise die Temperatur von Kühl- und Gefrierfach eingestellt, der Stromverbrauch kontrolliert oder das Gerät insgesamt überwacht werden. Wenn etwa die Kühlschranktüre offen ist, schlägt die Anwendung Alarm. Neben diesen Funktionen ist es möglich, den Verbrauch des Geräts im zeitlichen Verlauf zu sehen und den CO2-Fußabdruck zu analysieren.

Für jede Kilowattstunde Strom, die der Kühlschrank bezieht, gibt es darüber hinaus eine Transaktionsbestätigung und einen eindeutigen Herkunftsnachweis. Das heißt: Ob die Energie dabei von einer Photovoltaikanlage oder von einem Windpark kommt, entscheidet jeder Nutzer selbst. Der Weg von der Produktion zum Verbrauch kann so transparent eingesehen und – dank Blockchain fälschungssicher – gesteuert werden.

Das Prinzip der Blockchain ist einfach: Alle Transaktionen sind öffentlich, aber anonymisiert gespeichert. Gleichzeitig behält der Kunde aber die volle Kontrolle über Daten und Einstellungen. Sogenannte „Smart Contracts“ sorgen dafür, dass Temperatur oder bevorzugte Stromquellen nicht einseitig geändert werden können.

„Wir sehen die Blockchain-Technologie für uns als Chance und testen schon heute die Möglichkeiten in der Praxis mit Pilotkundinnen und -kunden. Ziel ist es, das Thema Energie künftig angreifbarer und nachvollziehbarer zu machen”, freut sich Wien Energie-CEO Peter Gönitzer. Zur Blockchain-Technologie sagt Grönitzer: „Die Blockchain-Infrastruktur soll neue Geschäftsmodelle am Energiemarkt ermöglichen. Ein Beispiel: Eine E-Ladestation könnte dann etwa über ein Computerprotokoll auf der Blockchain und automatisierten Verträgen den Strom sowohl von der Solaranlage auf den Dächern eines Stadtviertels als auch von der Großhandelsbörse beziehen und weiter an ein Elektroauto vermarkten.” (jr)

www.wienenergie.at

Publikationen des 50,2 Verlages


Der Branchenleitfaden für Stadtwerke und Netzbetreiber
Die "gelben Seiten" der IT-Sicherheit



Der Branchenleitfaden für Stadtwerke und Netzbetreiber
Die "gelben Seiten" des Smart Metering-Marktes

Der Rollout-Leitfaden für die Praxis
Unterstützung bei der Einführung der Smart-Meter-Technologie.