Für IoT und Energiewirtschaft: Sigfox stellt LPWAN-Netz mit 85 Prozent Abdeckung bereit

Für IoT-Anwendungen in der Energie­wirtschaft stellt Sigfox ein öffentliches LPWAN-Funknetz mit deutschlandweit derzeit knapp 85 Prozent Netzabdeckung und offenen Standards bereit. Das Netz befindet sich weiter im Ausbau.

Die Digitalisierung hält auch in der Versorgungswirtschaft Deutschlands Einzug. Stadt­werke und Netzbetreiber versprechen sich von IoT (Internet of Things)-Technologien höhere Transparenz und neue Steuerungsmöglichkeiten für die Netze, Effizienzvorteile für eigene Geschäftsprozesse und nicht zuletzt Ansatzpunkte für attraktive Geschäftsmodelle. „Die Vernetzung von Sensoren, Aktoren und anderen Endgeräten über 3G/4G/5G-Mobilfunknetze ist jedoch teuer, nicht sonderlich energieeffizient und auch nicht in jedem Fall Indoor verfügbar“, führt Aurelius Wosylus, Chief Sales Officer von Sigfox Germany aus. Deshalb sind neue LPWAN-Netze seit einiger Zeit auf dem Vormarsch. Das Netz von Sigfox, das sich global bereits in 60 Ländern im Ausbau befindet und in Deutschland bereits knapp 85 Prozent Abdeckung erreicht hat, ist ein solches Netz. Anders als LoraWAN ist es als öffentliches Netz konzipiert. „Es ist für jedermann nutzbar und Anwender wie EVUs brauchen demnach nicht in Gateways, Wartung und Sicherheit des Netzwerks zu investieren. Das Netz ist einfach schon da“, ergänzt Sales Manager Stefan Huber.

Bereits rund 85 Prozent Abdeckung erreicht Sigfox mit seinem LPWAN-Netz in Deutschland. Trotzdem will das Unternehmen das Funknetz weiter ausbauen. Foto: Sigfox

Bereits rund 85 Prozent Abdeckung erreicht Sigfox mit seinem LPWAN-Netz in Deutschland. Trotzdem will das Unternehmen das Funknetz weiter ausbauen. Foto: Sigfox

Die Betriebskosten des Netzes werden über vielfältigste Anwendungen finanziert. Unter https://partners.sigfox.com sind bereits heute über 1.000 unterschiedliche Produkte und Lösungen gelistet, die weit über das Anwendungsspektrum des EVU-Sektors hinausgehen. So findet man für den privaten Anwender beispielsweise Tracker für Katzen oder Louis Vuitton Taschen, für Kommunen und Städte auch Parktaschensensoren und Füllstandmesser für Glascontainer und für Firmen umfangreich adaptive wie embedded Sensorik bis hin zur Plombe für Überseecontainer oder Tracker für Ladungsträger. „Selbstverständlich sind auch zahlreiche Lösungen verfügbar, die EVUs direkt einsetzen können“, sagt Aurelius Wosylus. Über 200 Lösungen und damit rund 20 Prozent des gesamten Onlineangebots zielen nämlich auf den EVU-Markt ab.

Zählerauslesung, PV-Monitoring und Überwachung von Strommasten

Dementsprechend werden im Partnerbereich Lösungen für die Auslesung von Gas-, Wasser- und Stromzählern sowie auch smarte Messgeräte mit eingebetteter Sigfox-Logik oder Füllstandsmesser angeboten, mit denen sich kostspielige Ablesungen vor Ort und unnötige Wartungsbesuche reduzieren lassen. Einmal aktiviert, werden die Daten der angeschlossenen Zähler sofort über das öffentliche Sigfox-Netz übertragen. Stefan Huber: „Es sind keine spezifischen Gateways erforderlich. Die Lösungen laufen sehr oft sogar autonom und jahrelang ohne Batteriewechsel. In der Infrastruktur und bei Bedarf auch beim Endkunden.“ Service Provider könnten zudem auch Dienste aus der Ferne aktivieren und deaktivieren. Neben der Überwachung von Zählerständen ist auf diesem Wege auch die Identifikation von Fehlfunktionen, technischen Defekten oder unerlaubten Eingriffen möglich.

Ein Beispiel sind Lösungen zur Überwachung von Solarenergieanlagen. Fernüberwachte Echtzeit-Sensoren erkennen jeden Ausfall oder jede anormale Abnahme der Energieeffizienz und können sogar Paneldiebstähle detektieren. Zudem finden Versorger, die als Betreiber oder Service-Anbieter tätig sind, Batteriemonitoring-Lösungen für Solarspeicher und Notstromversorgungen. Hier können Wartungsmitarbeiter den Status aller Backup-Stromquellen sofort einsehen, um Ferndiagnosen durchzuführen, und erhalten bei wichtigen Ereignissen eine sofortige Benachrichtigung.

Es gibt sogar Lösungsanbieter, die sich auf das Monitoring von Strommasten spezialisiert haben. Starker Wind, Verkehrsunfälle, Erdbewegungen oder Schneelasten können nämlich zu mechanischen Spannungen und Kabelbrüchen führen. Um ein vollständiges Umfallen eines Mastes zu verhindern, ist es unerlässlich, solche Probleme schnell zu lokalisieren und entsprechende Reparaturmaßnahmen zu ergreifen. „Periodische Messungen, die von IoT-Geräten vor Ort am Mast durchgeführt werden, ermöglichen eine vorbeugende Wartung. Bei größeren Kippvorgängen werden Warnmeldungen gesendet. Wartungspersonal kann nun rechtzeitig handeln und erkennen, wo dringende Reparaturen erforderlich sind“, berichtet Sigfox-CSO Aurelius Wosylus. Zahlreiche weitere Lösungen wie Türschlosssensoren können zur Überwachung von Umspannwerken und Unterstationen zum Einsatz kommen.

Lösungen für die Wasserversorgung

Auch für den Wasser- und Abwasserbereich gibt es bereits unzählige smarte Sensorlösungen mit Sigfox-Konnektivität, die es dem Stadtwerk ermöglichen, die örtliche Wasserwirtschaft mit Dienstleistungen zu unterstützen. So lassen sich beispielsweise Wasserstände, Druck, Trübung, pH-Werte, Salzgehalt, Redoxpotential, Volumenströme usw. aus der Ferne messen, um Überläufe zu vermeiden, die Trinkwasserqualität zu kontrollieren sowie das Abwassernetz und die Reinigungsarbeiten zu überwachen.

Das wichtigste Argument für Stefan Huber sind die Kosten der Module zur Anbindung an das LPWAN. „Für LoraWAN veranschlagt man derzeit rund 5-7 Euro, für Sigfox nur rund 2 Euro.“ Auch hinsichtlich der Sicherheit sieht er Sigfox deutlich besser aufgestellt als LoraWAN: „Ein Angriff aus dem Internet heraus lässt sich über das Sigfox-Netz dank seiner Schutzschichten beispielsweise deutlich schwerer bewerkstelligen, als wenn man die vielen kleinen lokalen Lora-Gateways angreifen würde, die direkt mit dem Internet verbunden sind“, so Huber.

Gemeinsam den Ausbau voranbringen

Sollte das Netz am Standort des EVUs übrigens noch nicht hinreichend für Indoor-Applikationen ausgebaut sein, ist das Münchener Büro des Netzbetreibers jederzeit ansprechbar, wie Aurelius Wosylus betont. Die Unterstützung der EVUs, der Städte und Gemeinden sei wichtig, um das Netz schnell ausbauen zu können. Zudem seien deren Liegenschaften auch markante Landmarken, die sich hervorragend für die kleinen Basisstationen des Sigfox-Netzes eignen. Diese müssten in urbanen Regionen nur etwa alle drei bis fünf Kilometer aufgestellt werden, um eine dreifach redundante Netzabdeckung zu erreichen, die für beste Verfügbarkeit und Qualität der Services des Netzes erforderlich ist. „Der Ausbau des Sigfox-Netzes kostet das EVU dabei keinen Cent“, sagt Wosylus. Gemeinsam würden dann passende Liegenschaften und Montageorte ausgewählt und ein ganz normaler Vertrag geschlossen, bei dem Sigfox als Netzbetreiber dem Eigentümer eine Miete nebst Stromkosten für den Standort bezahlt. „EVUs und die öffentliche Hand können also letztlich sogar Einnahmen im Zuge des Netzausbaus verzeichnen, anstatt Geld für ein proprietäres Netz auszugeben, das man auch noch selbst pflegen muss“, so der Sigfox CSO.

Stadtwerke oder Kommunen, die Sigfox-Konnektivität in Eigenregie bereitstellen wollen, können dies mithilfe der Mikrobasisstation Sigfox Access Station Micro, die für rund 400 Euro erworben werden kann, ebenfalls tun. Durch diese unterschiedlichen Möglichkeiten, selbst aktiv zur Netzabdeckung beizutragen, seien Versorger und Kommunen damit völlig unabhängig in der Umsetzung ihrer IoT-Strategie – anders als bei NB-IoT und 5G. „Der Ausbau des 5G-Netzes, das automatisch auch NB-IoT mit sich bringen wird, wird nämlich vor allem in Großstädten beginnen und in der Fläche voraussichtlich nur sehr langsam vorangehen – wenn überhaupt, denn selbst LTE hat binnen acht Jahren nach dem Aufbau der ersten LTE Masten im August 2010 nur eine Netzabdeckung von 65,7 Prozent in der Fläche erreicht.“ (pq)

www.sigfox.de

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