MaKo 2020 reloaded

05.08.2019

Die Bundesnetzagentur plant bereits vor dem geplanten Start der MaKo 2020 (1. Dezember 2019) ab 1. Oktober Änderungen der Datenübermittlung zwischen Verteilnetzbetreiber (VNB) und Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB). Das meldet der edna-Bundesverband in einem aktuellen Blogbeitrag. Hintergrund ist eine bemerkenswerte Unterspeisung des Netzes im Juni 2019. Die Regelenergiepreise stiegen auf 37.865 €/MWh, an der EEX wurden 1.000€/MWh aufgerufen. Im Verdacht stehen Blanzkreisverantwortliche, die ihr Portfolio zu Lasten der Versorgungssicherheit durch Arbitrage-Geschäfte optimiert haben sollen. Nun sollen in zwei Schritten – und vorbehaltlich der Konsultation der BNetzA – sowohl das Interimsmodell und dann auch die MaKo2020 wesentlich angepasst werden. Im Weiteren wird die Ausschreibung von Regelenergie sowie die Pönalisierung von Bilanzkreisverantwortlichen bei fehlender aktiver Bewirtschaftung ihrer Bilanzkreise neu gedacht.

Den Informationen von edna zufolge sind folgende Änderungen in der Diskussion

Im Interimsmodell der Marktkommunikation soll künftig eine Übermittlung aller betroffenen RLM-Marktlokationen vom Verteilnetzbetreiber (VNB) an den jeweiligen ÜNB mittels einer zum 01. sowie zum 15. Kalendertag eines Monats zu übermittelnden Lieferantenclearingliste erfolgen. Außerdem ist eine Messwertübermittlung vom VNB an den jeweiligen ÜNB, parallel zu der bereits nach GPKE verpflichtenden werktäglichen RLM-Messwertübermittlung an den LF angedacht.

Ab Inkrafttreten der MaKo 2020 sind laut edna-Bundesverband folgende Änderungen geplant:

• Stammdatenübermittlung: Der Lieferant (LF) sendet im Rahmen der Stammdatensynchronisation nicht nur Stammdaten für solche Marktlokationen an den ÜNB, für die der ÜNB die Datenaggregationsverantwortung hat, sondern zusätzlich auch für alle RLM-gemessenen Marktlokationen
• Messwertübermittlung: Der Messstellenbetreiber (MSB) nimmt den ÜNB als weiteren Messwertempfänger mit in die Verteilung auf und sendet ihm alle Messwerte werktäglich zu.

Diese kurzfristigen strukturelle Maßnahmen werden nun bis zum 9. August 2019 konsultiert und sollen das Ausgleichen von Bilanzkreisen sicherstellen. Als weitere Maßnahme der BNetzA sei vorgesehen vorgesehen, die Berechnung des Ausgleichsenergiepreises an einen Börsenpreisindex anpassen, um in Zukunft Situationen wie die Unterspeisungen im Juni zu vermeiden. (pq)

www.edna-bundesverband.de

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