Nach erfolgreichem Feldtest: Netze BW will mehr Bioöl-Trafos einsetzen

13.08.2019

2015 startete die Netze BW GmbH, eine Tochter der EnBW AG, ein Projekt, um Trafos mit Mineralöl durch Bioöl-Trafos zu ersetzen. Insgesamt 100 solcher Bioöl-Trafos installierte das Unternehmen im ganzen Netzgebiet in Kompaktstationen. Im Spätherbst 2018 beendete Netze BW das Projekt. Die Bilanz ist laut Unternehmensanageben positiv: Bioöl eigne sich einwandfrei für den Betrieb von Ortsnetz-Trafos. In sensiblen Bereichen, etwa Wasserschutzgebieten, will die EnBW-Tochter daher künftig auf natürlich Ester – zum Beispiel auf Basis von Rapsöl – anstatt auf synthetische Varianten als Isoliermittel setzen. Entsprechende Rahmenverträge mit Lieferanten seien inzwischen in Kraft getreten.

10 kV Bioöl-Trafo in Filderstadt-Sielmingen

10 kV Bioöl-Trafo in Filderstadt-Sielmingen: Die Netze BW hat in einem Pilotprojekt gezeigt, dass sich Bioöle als Isoliermittel für Trafostationen eignen. Fot: Netze BW GmbH

Im Projekt kamen nicht nur 100 Bioöl-Trafos, sondern auch zu Testzwecken vier Gittermaststationen sowie ein regelbarer Ortsnetztrafo (rONT) zum Einsatz. Zwanzig der Transformatorstationen stattete Netze BW darüber hinaus mit Monitoringsystemen für die Betriebsdaten aus. Ventile ermöglichten es dem Betriebspersonal sowie Mitarbeitern in der Spezialinstandhaltung aus Altbach, Ölproben zu entnehmen. Das Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnik an der Uni Stuttgart hatte die begleitende Forschung übernommen, zu der insbesondere die Analyse des Alterungsverhaltens der natürlichen Ester gehörte. „Die Bioöle haben die Eignungsprüfung voll bestanden. Nach etwa einem Jahr Betrieb ließen sie sich in Sachen Alterung sogar mit Estern ohne Trafoeinsatz vergleichen“, berichtet Projektleiter Domenico Perrino.

Den Löwenanteil seiner über 25.000 Ortsnetztrafos werde Netze BW jedoch bis auf weiteres mit Mineralöl isolieren. Dessen Einsatz habe sich laut Perrino nicht nur „technisch seit Jahrzehnten bewährt“, sondern sei derzeit auch am wirtschaftlichsten. Zudem ließ sich ein ökologischer Vorteil der Bioöle nicht eindeutig nachweisen, wie das Heidelberger IFEU-Institut parallel untersucht hatte. So würde zwar bei der Herstellung der Verbrauch fossiler Ressourcen vermieden, unterm Strich käme es jedoch auf den gesamten Lebensweg an. „Generell sind wir aber nach dem Pilotprojekt auch für den Einsatz von Bioöl im größeren Maßstab offen“, resümiert der Projektleiter. (vb)

www.netze-bw.de

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