TÜV Rheinland sieht langen Weg bis zu intelligenten Städten

29.08.2019

Die Ergebnisse des Smart City Readiness Check vom TÜV Rheinland und dem Innovators Club des Deutschen Städte- und Gemeindebundes zeigen, dass Deutschlands Städte und Gemeinden bei der Digitalisierung vielfach noch am Anfang stehen. Zwar seien viele Digital-Themen bereits in den Rathäusern angekommen und zahlreiche Ideen für den Umbau hin zur digitalen Stadt existieren, allerdings fehle es vielerorts etwa an personellen Kapazitäten und Know-how, um die bestehenden Vorhaben auch zügig umzusetzen. Hinzu komme, dass vielfach immer noch keine flächendeckende Breitbandinfrastruktur vorhanden ist.

Fördergelder werden wenig abgerufen

In der Kurzstudie stellen TÜV Rheinland und der Innovators Club unter anderem heraus, dass Kommunen Projekte zur Digitalisierung häufig eher zögerlich angehen. So würden mitunter Fördergelder der Bundesregierung nicht von allen Städten und Gemeinden abgerufen. Etwa gibt jede dritte Kommune an, nicht an Fördermaßnahmen für den Breitbandausbau teilzunehmen. „Wenn eine Kommune Fördergelder nicht abruft, ist möglicherweise das Förderverfahren zu kompliziert. Oder es fehlen die Ressourcen, um Fördermöglichkeiten optimal zu nutzen“, erklärt Gürkan Ünlü, Senior Vice President Business Development bei TÜV Rheinland Consulting.

Unterschiedlicher Entwicklungsstand

Überdies unterscheide sich der jeweilige Entwicklungsstand in Kommunen, so die Studie. Insgesamt gibt sie im Bereich digitalen Infrastruktur an, dass jede fünfte Kommune über keine flächendeckende Breitbandinfrastruktur verfügt. Mehr als die Hälfte der Städte, die an der Studie teilgenommen haben, haben zudem kein flächendeckendes öffentliches W-LAN. Und im Bereich eGovernance gibt knapp ein Drittel der Befragten an, nur wenige oder gar keine digitalen Services für die öffentliche Verwaltung im Angebot zu haben.

Dagegen nutzen größere Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern bereits heute fest installierte Verkehrsleitsysteme, um Parkplatzsuchende zu freien Parkplätzen zu lotsen. Allerdings geben nur knapp 14 Prozent der befragten Kommunen an, Apps zu diesem Zweck zur Verfügung zu stellen. In Sachen Energie seien sie dagegen bereits gut aufgestellt: Mehr als 30 Prozent aller kommunalen Gebäude sollen demnach mit smarten Technologien ausgestattet sein, um die Energieeffizienz zu verbessern.

Die Umfrage Smart City Readiness Check wurde unter den 500 größten deutschen Städten durchgeführt. An der Befragung haben zwischen Juli und September 2018 insgesamt 81 Kommunen teilgenommen. Die Studie umfasst die Kategorien digitale Infrastruktur, eGovernance, Mobilität und Energie und steht auf der Website der TÜV Rheinland Service GmbH zum Download zur Verfügung. (vb)

www.tuv.com

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