Ready for MaKo: Wie Unternehmen die Umstellung der Marktprozesse mithilfe von Wilken bewältigen

30.09.2019 – Die Einführung der MaKo 2020 stellt nicht nur für die Softwareanbieter und IT-Dienstleister eine große Herausforderung dar, sondern auch für die Unternehmen selbst. Denn das sternförmige Kommunikationsmodell ist deutlich komplexer – etwa im Umfang der Beschreibungen – und Projekte sind eng getaktet. „Damit wird es zunächst einmal nicht einfacher, ein erklärtes Ziel der Digitalisierung der Energiewende, nämlich ein deutlich höheres Maß an Automatisierung der Geschäftsprozesse, zu erreichen“, erklärt Timea Urban, Teamleiterin Marktkommunikation bei der Energiehandel Dresden GmbH. Das Unternehmen ist aktuell als Lieferant aktiv, möchte aber künftig auch als wettbewerblicher Messtellenbetreiber am Markt agieren.

Eine der größten Herausforderungen war für sie zunächst, die MaKo 2020 in Gänze zu durchdringen. „Egal welche Marktrollen Sie besetzen oder wie viele Zählpunkte Sie beliefern, Sie müssen alles gelesen haben und alle Prozesse genau kennen. Sonst können die zahlreichen unterschiedlichen Regelungen wie etwa die Fristen beim Lieferantenwechsel dazu führen, dass die regelkonforme Umsetzung nicht funktioniert“, erklärt Urban. Das gilt auch für die Kommunikation, die nun aus dem Backend des MSB erfolgt, oder die neuen Bilanzierungsprozesse für Strom-Marktlokationen mit intelligenten Messsystemen (iMsys) mit der Datenaggregation durch den Übertragungsnetzbetreiber. Der Aufbau des entsprechenden Know-hows im Team hatte deswegen für sie schon vor Start des eigentlichen Projekts absolute Priorität.

Erster Schritt: Software- Anpassung und Datenanalyse

Um die Umstellung entsprechend vorzubereiten, arbeitet die Energiehandel Dresden GmbH mit ihrem Software-Lieferanten Wilken Software Group als Projektpartner zusammen. Denn das neue Marktmodell hat auch Konsequenzen für die Kommunikationsanwendungen selbst. So musste beispielsweise das Datenmodell der im Einsatz befindlichen Lösung Wilken ENER:GY angepasst werden. „Ein Beispiel sind die OBIS-Codes. Mit der MaKo 2020 sind diese Kennzahlen jetzt klar geregelt. Wer die OBIS-Codes bislang nicht konsequent gepflegt hat, weil die Notwendigkeit nicht so groß war, kommt jetzt nicht mehr darum herum, sie komplett zu bereinigen“, erklärt Ute Armbruster, die auf Wilken-Seite als Projektleiterin für die Umstellung verantwortlich ist.

Der Datenanalyse kam deswegen in der ersten Projektphase eine zentrale Bedeutung zu. „Hier haben wir gemeinsam mit den Wilken-Spezialisten zunächst unsere individuelle Umgebung genau unter die Lupe genommen, damit unsere Reports auch mit dem neuen Datenmodell weiter funktionieren, selbst wenn einzelne Datenfelder künftig wegfallen und andere dazukommen“, berichtet Natalie Mokelke, bei den Stadtwerken Konstanz verantwortlich für das Energiedatenmanagement. Als grundzuständiger Messtellenbetreiber betreuen die Stadtwerke Konstanz rund 52.000 Marktlokationen Strom. Eine hohe Datenqualität gehört für sie deswegen auch zu den Erfolgsfaktoren der Umstellung. Basierend auf dieser Datenanalyse wurden anschließend die für jeden Anwender spezifischen Umstellungskonzepte erarbeitet, auf deren Basis nun die weitere Implementierung erfolgt.

Termin-Fahrplan und Migrationsteam

In den Konzepten ist genau festgehalten, welche Aufgaben von Wilken oder vom Kunden selbst erledigt werden müssen: Von den letzten Datenkorrekturen über die Installation der neuen Version auf der Testumgebung bis hin zur Produktivsetzung sind in diesem Projekt alle Maßnahmen und Meilensteine genau terminiert. Neben dem mit den Wilken-Kunden vereinbarten Terminplan wurde zudem ein eigenes Team aufgestellt, das nur für die Migration zuständig ist. Ein weiterer großer Schwerpunkt ist für den Lieferanten auch das Thema Prozessintegration. „Wir setzen neben Wilken auch Lösungen anderer Hersteller ein, etwa für das BKV-EDM. Deswegen müssen wir jetzt schon im Vorfeld sicherstellen, dass die Daten auch nach dem 1. Dezember 2019 sauber zwischen diesen Lösungen ausgetauscht werden“, so Urban.

Endspurt-Projektphase

Für die Energiehandel Dresden bietet die MaKo 2020 aber nicht nur Umstellungsarbeit, sondern auch Chancen, sich neu aufzustellen. So wird das Portfolio bei den Services ausgebaut. „Wir po­sitionieren uns hier künftig auch als zentraler Ansprechpartner rund um alle Fragen des Messstellenbetriebs“, erklärt die Teamleiterin der Marktkommunikation. Dabei gehe es beispielsweise um Fragen zur rückwirkenden An- und Abmeldung neuer Lieferanten oder auch Informationen zu grundlegenden Prozessen, die Energiehandel Dresden anschaulich erläutern möchte.

Nach der Datenanalyse und der Konzeption steht nun die Projektphase „Ready for MaKo“ an, in der die neuen Strukturen und Prozesse implementiert und intensiv getestet werden. Bis spätestens Mitte Oktober 2019 stehe bei allen Unternehmen der Endspurt an: Begleitet von Schulungen für die betroffenen Teams sollen dann Abläufe optimiert, letzte Fehler bereinigt und schließlich das Produktivsystem für den Start am 1. Dezember eingerichtet werden. „Wir liegen absolut im Zeitplan und wissen genau, was wann und wie noch umgesetzt werden muss. Deswegen sind wir sicher, dass wir in unserer neuen Rolle als grundzuständiger Messstellenbetrei- ber pünktlich zum 1. Dezember mit der sternförmigen Kommunikation starten können“, resümiert Natalie Mokelke. (vb)

www.stadtwerke-konstanz.de

www.energiehandel-dresden.de

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