GREEN Solar und Siemens Energy: Konzept für ein CO2-freies Herzogenrath

07.07.2020 – Mit der Planung, dem Bau und Betrieb eines Energieparks auf dem Gelände der Nivelsteiner Sandwerke will die Stadt Herzogenrath von 2030 an ihren Energiebedarf CO2-frei decken. Nun unterzeichneten GREEN Solar Herzogenrath GmbH und Siemens Energy einen Kooperationsvertrag. Demzufolge werden die Partner nun ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept erarbeiten, mit dem bereitstehende Fördermittel des Landes NRW, des Bundes und der EU für die traditionsreiche Bergbauregion zwischen Aachen und den Niederlanden eingeworben werden sollen.

Konkret beinhalten soll das Konzept nach Angaben der beiden Unternehmen die energetisch sinnvollste Verbindung und kostenoptimale Zusammenstellung von Solarkraftwerken, Windenergieanlagen, Batterien, Blockheiz-, Gas- und Dampfkraftwerken sowie Wärme- und Wasserstoffspeichern. Dazu zählt auch die komplette Logistik zum bedarfsgerechten Transport der Energie zu den Endnutzern.

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Im Konzeptprojekt „CO2-freies Herzogenrath“ planen die Partner das Energiesystem der Zukunft. Bild: Siemens AG

Aufbauend auf einem bereits bestehenden, von GREEN Solar betriebenen Solarpark sieht das Konzept unter anderem eine Erweiterung der Stromerzeugung aus Sonnenenergie sowie die Errichtung mehrerer Windenergieanlagen vor. Der regenerativ erzeugte Strom wird gespeichert und in Zeiten, in denen keine Energie aus Sonne und Wind produziert wird, mit geeigneter Technik verstromt und den Haushalten der 46.000 Einwohnerstadt Herzogenrath zur Verfügung gestellt. Die bei diesen Prozessen anfallende Wärme und regenerativ erzeugte Wärme werden genutzt, um über Fernwärmenetze ortsansässige Haushalte mit „grüner“ Wärme zu versorgen.

Das Konzeptprojekt „CO2-freies Herzogenrath“ sieht ferner vor, dass der erzeugte Strom nicht nur den Haushalten zur Verfügung stehen soll, sondern auch für den wachsenden Anteil elektrisch betriebener Fahrzeuge nutzbar wird. Zudem sollen ortsansässige Industrieunternehmen bei ihren Aktivitäten zur Dekarbonisierung frühzeitig in das Projekt einbezogen werden.

Vorgesehen ist außerdem eine Wasserstoffproduktion: unter Einsatz neuester „Silyzer 300“-Technologie von Siemens soll überschüssiger Strom mittels Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und entweder gespeichert oder für den Antrieb von Autos genutzt werden. Dieser Wasserstoff kann aber auch zur Dekarbonisierung von LKW, Bussen, Zügen und Industrieanlagen eingesetzt werden, etwa zur CO2-freien Trocknung der Sande der Nivelsteiner Sandwerke.

„Vorbehaltlich hinreichender Förderung könnte der Betrieb des Energieparks durch eine von GREEN Solar noch zu gründende Betreibergesellschaft erfolgen. Die Realisierung des Energieparks Herzogenrath wäre für die Region nicht nur ein wichtiger, nachhaltiger Schritt hin zu einem erfolgreichen Strukturwandel. Er würde die Stadt vor allem national wie international als ein Vorreiter und Technologieführer der Energiewende bekannt machen“, betonen unisono die GREEN-Solar-Geschäftsführer Franz-Josef Türck-Hövener und Charles Russel.

Das sieht auch Siemens-Projektleiter Dr. Thomas Neuenhahn so: „Hierbei handelt es sich um ein Leuchtturmprojekt für eine erfolgreiche Energiewende in Deutschland mit internationaler Strahlkraft. Es freut uns, dass wir mit unserem Partner GREEN Solar Herzogenrath als starkes Team maßgeblich an dessen Umsetzung mitwirken können.“ (pq)

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