Power-to-Gas: Pilotprojekt der Netze BW in Öhringen

06.12.2019 – Mit seinem deutschlandweit über 500.000 Kilometer langen Rohrleitungssystem bietet das Erdgasnetz ein enormes Speicherpotenzial. Statt den „grünen“ Strom in Batterien oder Pumpspeicherkraftwerken vorzuhalten, produziert man mit dem Strom per Elektrolyse Wasserstoff und speist diesen dann in das Erdgasnetz ein. Die Netze BW GmbH in Stuttgart will jetzt in einem Pilotprojekt Wasserstoff aus einer Power-to-Gas-Anlage in der Erdgasversorgung der Kunden nutzen.

„Unser Erdgasverteilnetz kann auch ein Erdgas-Wasserstoff-Gemisch transportieren, welches der Verbraucher genauso komfortabel, wie bislang reines Erdgas, nutzen kann“, erläutert Martin Konermann, Geschäftsführer Technik. „Um das zu demonstrieren, werden wir erstmalig in Deutschland im realen Netzbetrieb ein Gasgemisch mit einem Wasserstoffanteil von bis zu 30 Prozent anwenden.“ Dafür startet die Netze BW im kommenden Jahr ein Pilotprojekt im hohenlohischen Öhringen, angesiedelt in der dortigen Betriebsstelle des Netzbetreibers und angrenzenden Straßenzügen mit etwa 20 Wohngebäuden. Der ausgewählte Bereich des Erdgasnetzes wird von der umliegenden Versorgungsinfrastruktur abgekoppelt und als sogenanntes Inselnetz betrieben. Daraus leitet sich auch der Projektname ab: „Wasserstoff-Insel Öhringen.“

Das Einbeziehen von „echten“ Netzkunden ist für ein möglichst realistisches Szenario eines Netzbetriebs wichtig: „Jeder hat ein unterschiedliches Nutzungsverhalten und auch die verbaute Technik ist nirgendwo gleich“, so Projektleiterin Heike Grüner. Die entscheidende Frage sei aber nicht ob, sondern wie alles funktioniere. Bevor aus der „Wasserstoff-Insel“ in Zukunft eine flächendeckende Lösung werden könnte, müssen aber noch die technischen Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden. Auch dafür will das Projekt der Netze BW wichtige Erkenntnisse liefern. (pq)

www.netze-bw.de