Interview mit Sagemcom-Director Dr. Graetz: „Pragmatischer Einstieg ins intelligente Messwesen”

08.11.2019 – Mit dem Siconia SMARTY IQ des Herstellers Sagemcom Dr. Neuhaus GmbH ist Ende September 2019 das zweite Smart Meter Gateway durch das BSI zertifiziert worden. 50,2 sprach mit Dr. Holger Graetz, Director Sales & Marketing Sagemcom Energy & Telecom Germany.

Herr Dr. Graetz, zunächst herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Zertifizierung! Aus welchem Grund hat es das Smarty IQ aus Ihrer Sicht als zweites Gerät geschafft?
Das ist natürlich letzten Endes immer schwer einzuschätzen. Wir sehen durch die erfolgreiche CC-Zertifizierung aber auf jeden Fall unsere Produkt- und Entwicklungsphilosophie bestätigt.

Wie würden Sie die denn beschreiben?
Nun, dazu muss ich ein wenig ausholen. Unser Unternehmen beschäftigt sich ja seit den 1990er Jahren mit Datenkommunikation in der Energiewirtschaft. Wir haben beispielsweise mit unseren ZDUE-Lösungen eine der marktführenden Technologien für die Fernauslesung von RLM-Zählern im Portfolio. Außerdem haben wir für die Deutsche Telekom den Multi Utility Server umgesetzt und beschäftigen uns intensiv und erfolgreich mit M2M-Kommunikation. Aus diesen Erfahrungen heraus haben wir auch unser Smart Meter Gateway entwickelt.

Das Smart Meter Siconia SMARTY IQ von Sagemcom Dr. Neuhaus ist das Zweite, das vom BSI die für den Rollout notwendige Zertifizierung erhielt. Foto: Sagemcom Dr. Neuhaus GmbH

Sie konnten also erhebliches fachliches Know-how in die Wagschale werfen?
Das war definitiv von Vorteil. Der eigentlich zentrale Aspekt ist aber, dass wir in den genannten Anwendungsbereichen gelernt haben, wie man derartige Produkte und die Entwicklungsprozesse weitmöglichst optimiert. Das gilt sowohl mit Blick auf die Anforderungen der Kunden, als auch hinsichtlich unserer eigenen Ressourcen.

Was bedeutet das konkret?
Den ersten Prototypen unseres Siconia SMARTY IQ SMGW gab es bereits 2011. Diesen haben wir als erster Anbieter beim BSI eingereicht und sukzessive für die Anforderungen ertüchtigt, die sich ja auch erst im Laufe der Zeit konkretisierten. Hinsichtlich der Kundenerwartungen an das Smart Meter Gateway gehen wir von der Annahme aus, dass die Messstellenbetreiber einen pragmatischen Einstieg ins intelligente Messwesen suchen. Das heißt: Sie benötigen zunächst einmal ein Gateway, das beim Auslesen von Messdaten und dem Schalten von Anlagen im Zusammenspiel mit dem GWA ab dem ersten Tag absolut zuverlässig funktioniert – und zwar gleichgültig, ob der MSB nach dem Rollout fünf oder fünfzigtausend Pflichteinbaufälle umsetzen muss. Ein derartiges robustes Gerät wollten wir bereitstellen und das ist uns mit dem Siconia SMARTY IQ auch gelungen.

Haben sich Ihre Annahmen über die Kundenerwartungen am Markt bestätigt?
Absolut. Die Nachfrage nach den Geräten für Testszenarien war von Beginn an hoch. Allein die EnBW respektive die Netze BW haben deutlich über tausend Gateways in Pilotprojekten im Einsatz. Erfreulicherweise haben die Tests gezeigt, dass das Siconia SMARTY IQ anstandslos funktioniert. Die Zertifizierung hat hier natürlich noch einmal für erheblichen Auftrieb gesorgt: Viele Kunden wollen die Prozesse im Umfeld des Rollouts jetzt mit unseren Gateways testen, denn sie wissen natürlich, dass sie nach der Markterklärung damit weiterarbeiten können.

Und wie sehen Ihre Ziele für die Zeit nach dem Rollout aus?
Nun ja, nach der Pflicht kommt bekanntlich die Kür und dabei wollen wir unsere Anwender natürlich ebenfalls unterstützen. Wir werden uns also im nächsten Schritt anschauen, welche Mehrwertanwendungen die Stadtwerke und Messstellenbetreibern über das Gateway umsetzen wollen und was wir geräteseitig dazu beitragen können.

www.sagemcom.com

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