BNetzA und Bundeskartellamt veröffentlichen Monitoringbericht 2019

29.11.2019 – Die Bundesnetzagentur (BNetzA) und das Bundeskartellamt haben ihren gemeinsamen jährlichen Monitoringbericht über die Entwicklungen auf den deutschen Elektrizitäts- und Gasmärkten veröffentlicht. Demnach haben sich bei den fünf größten Stromerzeugern die Marktanteile rückläufig entwickelt und sich damit die relativen Gewichte in dieser Gruppe verschoben. „Zusätzlich zu den im Energie-Monitoring ermittelten Marktanteilen bei der Stromerzeugung bedarf es weitergehender Analysen, um die Marktpositionen der großen Stromerzeuger zu bewerten. In dem Fusionskontrollverfahren RWE/E.ON haben wir festgestellt, dass RWE zwar in einer nicht unerheblichen Anzahl von Stunden im Jahr unverzichtbar für die Deckung der Stromnachfrage war, aber noch nicht in einem Ausmaß, dass die Annahme einer Marktbeherrschung begründet hätte. Der kommende Marktmachtbericht des Bundeskartellamtes wird diese Analyse fortschreiben.“, so Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes.

Wie in den Vorjahren lagen die kumulierten Marktanteile der absatzstärksten Stromanbieter und Gaslieferanten bei der Belieferung von leistungsgemessenen und Standardlastkunden auf den jeweiligen Einzelhandelsmärkten deutlich unter den gesetzlichen Vermutungsschwellen für eine marktbeherrschende Stellung. Gleichwohl könnten noch mehr Kunden von diesen positiven wettbewerblichen Vorzeichen profitieren. „Ein Lieferanten- oder Vertragswechsel für Haushaltskunden in der Grundversorgung lohnt fast immer. Hierzu ermuntern wir Verbraucher. Die Zahlen zeigen, dass wir die Endkundenmärkte noch stärker in den Fokus rücken müssen. Die Lieferantenwechselzahlen stagnieren sowohl für Gas- als auch Stromkunden. Der Anteil der Haushaltskunden in der Grundversorgung ist weiterhin zu hoch“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Konventionelle Erzeugungskapazitäten sinken weiter

Ende 2018 hatte sich der Bestand der Erzeugungskapazitäten der konventionellen Energieträger um 0,7 GW auf 103,3 GW verringert. Kapazitätszuwächse konnten dagegen die erneuerbaren Energien verzeichnen: Hier wurden rund 6,6 GW zugebaut, sodass die installierte Leistung nun bei 118,2 GW liegt. Die Einspeisung aus Solaranlagen stieg dem Bericht nach um 15,2 Prozent, die gesamte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um 2,9 Prozent. Für den Zubau von Windenergieanlagen an Land wurde 2018 das Ausbauziel jedoch nicht erreicht. Von den angestrebten 2,8 GW konnten lediglich 2,5 GW zugebaut werden.

Trotz des Zubaus und der erhöhten Einspeisung aus Erneuerbaren Energien konnten im Jahr 2018 weiterhin rund 97 Prozent des erneuerbaren Stroms zum Letztverbraucher transportiert werden. Das Volumen der Abregelung von erneuerbaren Anlagen aufgrund von Netzengpässen ging dem Monitoring nach im Vergleich zum Jahr 2017 leicht zurück, stärker gesunken sei die Abregelung von konventionellen Energieträgern im Rahmen des Redispatch, die bei 2,1 Prozent der gesamten Einspeisung aus konventionellen Energieträgern lag.

Dem Bericht ist zu entnehmen, dass die Stromgroßhandelspreise im Jahresdurchschnitt 2018 erneut deutlich gestiegen sind. Erkennbare Auswirkungen auf die Struktur der Handelsprodukte habe auch die faktische Trennung des gemeinsamen Marktgebiets von Deutschland und Österreich im Oktober 2018 gehabt. (vb)

www.bundesnetzagentur.de

Publikationen des 50,2 Verlages


Der Branchenleitfaden für Stadtwerke und Netzbetreiber
Die "gelben Seiten" der IT-Sicherheit



Der Branchenleitfaden für Stadtwerke und Netzbetreiber
Die "gelben Seiten" des Smart Metering-Marktes

Der Rollout-Leitfaden für die Praxis
Unterstützung bei der Einführung der Smart-Meter-Technologie.