IoT in „SMARTinfeld“

Mit einer intelligenten LED-Straßenbeleuchtung und einem LoRaWAN-Netz startet in Thüringen ein ehrgeiziges Digitalisierungsprojekt.

Anfang Juni 2018 fiel im Schimberger Ortsteil Martinfeld im thüringischen Landkreis Eichsfeld der Startschuss für das IoT (Internet-of-Things)-Projekt „SMARTinfeld“. Das Ziel ist ambitioniert: Martinfeld soll die Gemeinde mit der deutschlandweit höchsten Dichte von IoT-Anwendungen werden. Die Basis von „SMARTinfeld” ist ein Long Range Wide Area Network, kurz LoRaWAN-Netz. Solch ein Netz bietet die Möglichkeit, Mess- und Sensordaten sehr energieeffizient über sehr große Distanzen zu übertragen – bis zu 15 Kilometer in ländlichen Gebieten. Mit seiner zweistufigen symmetrischen Verschlüsselung, bei der der Schlüssel niemals über Funk übertragen wird, bietet das LoRaWAN-Protokoll zudem eine solide Grundlage für eine sichere Datenübertragung.

Die LED-Umrüstung in Martinfeld ist die erste Maßnahme auf dem Weg zur Smart City. Foto: pixelio (Erich Westendarp)

Als ersten Schritt auf dem Weg zur Smart City rüstet die Gemeinde jetzt die gesamte Straßenbeleuchtung auf intelligente LED-Leuchten um. Diese sind mit Sensoren ausgestattet, die defekte Leuchten umgehend erkennen und den Verantwortlichen über eine App informieren. Über dieselbe Infrastruktur lässt sich die Schaltzeit der Straßenleuchten bei Ereignissen im Dorf, wie zum Beispiel Volksfesten, abweichend von den normalen Betriebszeiten steuern. „Neben dem Service, den wir unseren Einwohnern und Besuchern von Veranstaltungen bieten wollen, steht natürlich der Sicherheitsaspekt im Vordergrund, um Unfälle zu vermeiden”, sagt Ortsteilbürgermeister Gerhard Stitz. Die Umrüstung solle zudem die Energiekosten von 6.600 Euro im Jahr um die Hälfte senken.

Für die nahe Zukunft ist bereits der Einsatz weiterer Sensoren angedacht. So ist geplant, den Füllstand der im Dorf vorhandenen öffentlichen Abfallbehälter zu überwachen. Auch bei dieser IoT-Anwendung rechnet die Gemeinde mit einem klaren Kostenvorteil, da sie ihr Personal so effizienter steuern und einsetzen kann. Zukünftig wollen die Projektpartner auf Basis des nun vorhandenen Netzwerkes weitere Informationen – zum Beispiel Umweltmessdaten – erheben und diese den Bürgern zur Verfügung stellen.

Bereits vor zwei Jahren begannen in Martinfeld die Planungen für die Umrüstung der rund 100 Leuchten. Damals entschieden der Ortsteilbürgermeister Gerhard Stitz und Jan Bose, Geschäftsführer des ortsansässigen IT-Unternehmens Alpha-Omega Technology, eine zukunftsfähige Lösung zu schaffen, die weit über die Steuerung der Straßenleuchten hinausgeht. „Vergleichbare Projekte im Hinblick auf Größenordnung und Technik gibt es aktuell in Deutschland nicht”, sagt Jan Bose, der Initiator und Leiter des Projekts ist. Sein Unternehmen, das mit iot-shop.de auch einen Online-Shop für Sensoren und anderes Zubehör für den Aufbau von professionellen LoRaWAN-Netzwerken betreibt, stellt zudem die notwendige Hardware.

Sensoren an den Leuchten informieren im LoRaWAN-Netz über Ausfälle. Auch eine Steuerung ist möglich. Foto: Alpha-Omega Technology & Co. KG

Projektpartner sind neben der Gemeinde Schimberg die Unternehmen ZENNER IoT Solutions und leitec Gebäudetechnik GmbH sowie weitere nationale und internationale Unternehmen.

Kontakt: Alpha-Omega Technology GmbH & Co. KG, Jan Bose, 37308 Schimberg, Tel.: +49 (0) 36082 84789-0, jb@alpha-omega-technology.de

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