Netzdienlicher Einsatz von Flexibilitäten: dena schlägt neue Regeln vor

06.09.2019

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat in ihrer Analyse „Regulatorischer Handlungsbedarf zur Erschließung und Nutzung netzdienlicher Flexibilität“ zehn Maßnehmen vorgestellt, um die Stromnetze kurzfristig zu entlasten. Die Empfehlungen wurden innerhalb der Initiative für Netzflexibilität erarbeitet und zielen etwa darauf ab, Flexibilitätstechnologien wie E-Fahrzeuge und Wärmepumpen in der Niederspannungsebene so einzusetzen, dass sie für den Netzbetrieb Nutzen bringen. Zudem geht die dena auf die Steuerung flexibler Lasten in Unternehmen und die Verwendung von Power-to-Heat für den Schwankungsausgleich und die Verhinderung von Netzengpassen ein. So fordert die Initiative unter anderem die Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik sowie der Anreizregulierung.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, sagt zum Maßnahmenkatalog: „Viele Lösungen für einen netzdienlichen Einsatz von Flexibilitäten liegen seit langem auf dem Tisch. Wir haben konkrete Maßnahmen identifiziert, die schnell wirken und die Kosten senken können. Um bei der Energiewende weitere Fortschritte zu machen, sollten diese Regelungen rasch angegangen werden. Spätestens bis zum Ende dieser Legislaturperiode sollte die Politik einen gesetzlichen Rahmen schaffen, damit die in Pilotprojekten wie den ‚Schaufenstern intelligente Energie‘ entwickelten Technologien und Mechanismen auch in der Praxis zum Einsatz kommen können.“ So gebe es in der Niederspannungsebene bereits eine Regelung, die für die Bereitstellung von Flexibilität ein Anreiz sein könnte: Gemäß §14 des Energiewirtschaftsgesetzes können kleine Verbraucher wie Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen ein reduziertes Netzentgelt zahlen, wenn sie sich nach den Erfordernissen des Netzes steuern lassen. Bisher lasse sich das Flexibilitätspotenzial der Kleinverbraucher aber noch nicht ausschöpfen, da der Paragraph konkretisiert werden müsse.

Für die höheren Spannungsebenen empfiehlt die Initiative für Netzflexibilität, die Vergütung und den Einsatz lastseitiger Flexibilität marktbasiert zu gestalten. So könnte ein Handelsplatz etwa lokale Flexibilitätsangebote effizient bündeln, um den Netzbetreibern Zugriff auf die Anlagen zu geben und physische Engpässe im Netz zu beheben oder zu reduzieren.

Die vollständige dena-Analyse kann online abgerufen werden. (vb)

www.dena.de

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