Erste umgerüstete „Elektrostraße“ Großbritanniens

17.03.2020 – Siemens stellt die erste vollständig umgerüstete Wohnstraße Großbritanniens vor, in der Elektrofahrzeuge an Straßenlaternen aufgeladen werden können. Im Rahmen des mit ubitricity und dem Westminster City Council gemeinschaftlich durchgeführten Projekts wurden 24 Straßenlaternen in Ladestationen umgewandelt. Anwohner können ihren Stromer an verschiedenen Standorten entlang der Sutherland Avenue laden, die in „Electric Avenue, W9“ umgetauft wurde, laden. Neben der über eine halbe Meile langen Teststraße sollen in den nächsten Wochen zwei benachbarte Straßen ausgerüstet werden.

Die in den Straßenlaternen eingebaute Technologie ermögliche es Elektroautos über Nacht für eine Reichweite von etwa 200 bis 300 km zu laden, abhängig vom vorhandenen Batterieladesystem. Hybridfahrzeuge seien damit häufig schon nach zwei bis drei Stunden voll aufgeladen.

Vorreiter-Kommune für Elektromobilität

Insgesamt 296 in Ladestationen umgewandelte Straßenlaternen, davon die 24 erwähnten in der „Elektrostraße“, machen Westminster zur Kommune mit den meisten öffentlichen Ladepunkten für E-Fahrzeuge in Großbritannien. Innerhalb des nächsten Jahres soll sich diese Zahl auf 1.000 erhöhen, da doppelt so viele Elektrofahrzeuge in diesem Stadtbezirk wie in anderen innerstädtischen Gegenden registriert seien. Bis 2025 soll ein Ladenetzwerk für die 8.000 Elektrofahrzeuge entstehen, die bis dahin zugelassen sein sollen.

Siemens und ubitricity haben mehr als 1.300 Installationen im Großraum London realisiert, im Wesentlichen finanziert durch das „Go Ultra Low Cities Scheme“. Die Projekte seien als Unterstützung der Kampagne #LetLondonBreathe des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan zu sehen, durch die die Luftqualität in der Metropole verbessert werden soll. „In einer Stadt, in der die Luftverschmutzung höher ist als in den meisten anderen Orten Großbritanniens, müssen wir alles tun, um den Umstieg auf grüne Technologien zu fördern. ‚Electric Avenue, W9‘ gibt uns einen Eindruck darüber, wie die Straßen Westminsters künftig aussehen werden. Wir möchten unseren Bürgern dort die Infrastruktur bereitstellen, die für die Umstellung auf saubereren und grüneren Transport nötig ist“, schildert Andrew Smith, der im Stadtrat von Westminster für Umwelt und Verkehrswege zuständig ist.

Falsche Vorstellungen

Durch die Umrüstung der Sutherland Avenue unter Nutzung der vorhandenen städtischen Infrastruktur könnte auch ein Signal an die Bevölkerung gesendet werden, dass Ladestationen doch mehr vorhanden sind als angenommen. Viele Autofahrer seien der Meinung, es gäbe in London derzeit nur 100 bis 200 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge. Nahezu ein Drittel meint, es gäbe in der Nähe ihrer Wohnung oder Arbeitsstelle überhaupt keine Lademöglichkeiten.

Shirley Rodrigues, stellvertretende Bürgermeisterin für das Ressort Umwelt und Energie in London, äußert sich in diesem Kontext wie folgt zur Elektrostraße: „[…] Im vergangenen Jahr haben mehr als 140 Organisationen die vom Bürgermeister ins Leben gerufene Taskforce für Elektrofahrzeug-Infrastruktur unterstützt, deren Auftrag die Ausarbeitung eines Plans zum Ausbau der öffentlichen Ladepunkte in London ist. Das ist genau die Innovation, die wir brauchen, um unser wachsendes Ladenetzwerk weiter voranzutreiben.“ (ds)

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