Megger: ICMsystem macht Reparaturen an Transformatoren planbar

02.04.2020 – Mit dem ICMsystem bringt Megger ein umfangreiches Ortungs- und Analysegerät für Service- und Abnahmeprüfungen zum Aufspüren von Teilentladungen (TE) an Leistungstransformatoren und an weiteren Komponenten der Netzinfrastruktur auf den Markt. Ziel ist es, Netzbetreiber wirtschaftliche Möglichkeiten zur Analyse des Isolationssystems ihrer Anlagen an die Hand zu geben. Das ICMsystem ist jetzt in der 5. Hardware-Generation erhältlich.

Der Diagnose von Teilentladungen an teuren Leistungstransformatoren kommt insgesamt eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung zu, wie Megger herausstellt. Art, Risiko und Ort von TE lassen sich durch die systematische und regelmäßige Überprüfung von LS-Transformatoren durch den Netzbetreiber punktgenau bestimmen. Auftretende Fehler lassen sich so frühzeitig erkennen, präzise bewerten und zum richtigen Zeitpunkt kostengünstig beheben.

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Megger hat mit dem ICMsystem ein High-End Prüfgerät zur Analyse von Teilentladungen entwickelt. Foto: Megger GmbH

Mit dem ICMsystem will Megger diese Aufgabe durch eine hochentwickelte Modularität und Vielseitigkeit unterstützen. Kostensenkend wirkt sich nach Angaben von Megger beispielsweise aus, dass das ICMsystem alle Möglichkeiten nutzen kann, um Teilentladungen zu messen. Zudem seien bereits vor Ort genaue und sichere Ergebnisse möglich, was weitere Kosten reduziert. Konkret hat das Unternehmen dazu die Signalentkopplung und -anpassung über den gesamten Signalweg vom Sensor bis zum analogen Eingang des Instruments optimiert, um ein optimales Signal-Rausch-Verhältnis, weniger Signalschwingungen, eine korrekte Identifizierung der Pulspolarität sowie ein klares und verständliches TE-Muster zu gewährleisten. Teure Fehlinterpretationen sollen so auf ein Minimum reduziert. Das von Power Diagnostix entwickelte Prinzip der Impedanzwandlung zusammen mit einer frühen Signalverstärkung ermöglicht die Auslegung der Messimpedanzen auf eine hohe Eingangsimpedanz von 10 kOhm. Wie Megger berichtet, bietet dieser Ansatz – verglichen mit anderen, typischerweise auf 50 Ohm Eingangsimpedanz ausgelegten Messsystemen – eine deutlich reduzierte Störanfälligkeit, so dass kostenintensive optische Übertragungswege zur Störoptimierung schon im Ansatz unnötig gemacht werden.

Drei Sensoren für die akustische Nachortung

Ein komplexes Problem bei der rein akustischen Fehlerortung war bisher die präzise Bestimmung des Ursprungszeitpunkts des Teilentladungsimpulses. Um diesen zu ermitteln, waren im Markt dutzende Sensoren notwendig. Die Technologie von Power Diagnostix koppelt das TE-Signal elektrisch aus. Diese Methode bietet nach Informationen von Megger einen präzisen Referenzzeitpunkt, so dass drei Akustiksensoren ausreichen, um die Ursprungsposition der durch die Teilentladung entstandenen Schallwellen noch während der Messung zu bestimmen. Das liefert ein sofortiges Ergebnis. Aufgrund der wenigen Sensoren arbeite das ICMsystem bei der akustische Ortung im TE-Fehlerfall besonders schnell.

Das ICMsystem und die TE-Kalibratoren erfüllen die Anforderungen der Norm IEC60270:2015. Darüber hinaus ist der Spannungsmesskreis des Instruments gemäß IEC 17025:2018 kalibriert. Die RIV-Messung erfüllt die Anforderungen von NEMA 107 – 2016 und IEC CISPR 18-2. Das ICMsystem ist die High-End-Lösung von Power Diagnostix für TE-Messungen. Bereits 1993 war es das erste im Handel erhältliche Instrument, das farbige, phasenaufgelöste TE-Muster hervorbrachte und so besonders genaue Analysen ermöglichte. (pq)

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