OMICRON bringt neues TE-Mess- und Analysesystem auf den Markt

12.06.2020 – Teilentladungen (TE) sind gleichermaßen Indikator und Ursache für Isolationsfehler bei elektrischen Betriebsmitteln. Ein neues TE-Mess- und Analysesystem von OMICRON bietet erweiterte Funktionalitäten für die regelmäßige TE-Prüfung.

Fehlstellen im elektrischen Isolationssystem führen häufig zu Störungen und Ausfällen von Leistungstransformatoren, rotierenden Maschinen (Motoren und Generatoren), Energiekabeln und Leistungsschaltern. Solche Defekte, zu denen beispielsweise Hohlräume und Risse zählen, können im Herstellungsprozess, beim Transport oder der Installation vor Ort entstehen. Während des Betriebs altert die Isolation aufgrund von thermischen, elektrischen oder mechanischen Beanspruchungen . In der Folge kann es zu Teilentladungen kommen, die ihrerseits die Isolation weiter schädigen. Mit der Zeit wird die TE-Aktivität intensiver und gefährlicher, sodass die elektrische Isolation zunehmend leidet. Die Folge ist im schlimmsten Fall ein Ausfall der betroffenen Komponente.

MPD 800 OMICRON
Mit dem System MPD 800 stellt OMICRON seine nächste Technologie-Generation für die TE-Messung und -Analyse vor. (Foto: OMICRON electronics GmbH)

Teilentladungsprüfung

Turnusmäßige Wartungen allein reichen nicht aus, um dieser Gefahr vorzubeugen, sagt Ole Kessler, Produktmanager MPD, OMICRON Energy Solutions GmbH in Berlin: „Wenn man Wartungen nur nach Zeitplan durchführt, ist es möglich, dass eine vorschnelle Alterung nicht erkannt wird und das Betriebsmittel unerwartet ausfällt. Das kann sehr kostspielig werden.“ Verhindern lässt sich das, so Kessler, indem der Zustand der Isolation während der gesamten Lebensdauer eines Betriebsmittels überprüft wird. Die TE-Messung sei dabei die effektivste und zuverlässigste dielektrische Messmethode für die Früherkennung von Fehlern. Sie kann jederzeit durchgeführt werden – von der Fertigung bis zum Ende des Lebenszyklus des Betriebsmittels.

TE-Messungen mit dem MPD 800

Mit dem TE-Mess- und Analyse-System MPD 800 hat OMICRON dazu jetzt die nächste Generation seiner MPD-Technologie an den Markt gebracht, um Teilentladungsprüfungen an verschiedenen Betriebsmitteln in Prüflaboren und im Feld einfacher und zeitsparender umzusetzen. „Die MPD-Messgeräte werden seit vielen Jahren bei namhaften Herstellern, Versorgungsunternehmen, Industriebetrieben und Dienstleistern eingesetzt. Unser aktuelles MPD 600 ist außerdem ein wichtiges Forschungsinstrument in Prüflabors und Universitäten.“

TE-Messkanäle MPD 800 OMICRON
Die beiden TE-Messkanäle des MPD 800 ermöglichen synchrone mehrkanalige Messungen oder ein Kanal-Gating zur Unterdrückung von Störeinflüssen. (Foto: OMICRON electronics GmbH)

Diese Erfahrungen sowie das Feedback der Kunden sind in die Entwicklung von MPD 800 eingeflossen, wie Kessler berichtet. Bewährte Hardware- und Softwarefunktionen wurden erweitert und verbessert. „Zudem haben wir neue Funktionalitäten bereitgestellt, um die wachsenden Anforderungen an die TE-Prüfung zu erfüllen und die Durchführung noch effizienter zu gestalten “, erläutert der Produktmanager.

3PARD Filter I OMICRON
Der 3PARD (3 Phase Amplitude Relation Diagram)-Filter separiert Teilentladungen auf allen drei Phasen. (Foto: OMICRON electronics GmbH)

Das System MPD 800 wird für TE-Messungen und -Analysen gemäß IEC- und IEEE-Normen für Routine- und Typprüfung, Werkabnahme- und Inbetriebnahme-Prüfungen verwendet und ermöglicht die Fehlersuche vor Ort und TE-Prüfungen nach Reparaturen. Eine wichtige Besonderheit ist nach Auskunft von OMICRON die sehr hohe Messgenauigkeit, die es erlaubt, TE-Aktivität mit hoher Sicherheit zu ermitteln, zu lokalisieren und auszuwerten.

Messgerät plus Software

Das Messgerät MPD 800 hat zwei TE-Eingangskanäle für synchrone zweikanalige TE-Messungen oder eine einkanalige TE-Messung mit Gating-Kanal. So werden Störeinflüsse aus der Umgebung reduziert, ohne dass ein Zusatzgerät nötig ist. Für synchrone mehrkanalige TE-Prüfungen an mehreren verteilten Messpunkten kann das System MPD 800 um bis zu 20 Messgeräte erweitert werden. Wiederaufladbare Batterien gewährleisten dabei, dass das Gerät auch bei langwierigen Messungen zuverlässig arbeitet.

3PARD Filter II OMICRON
3PARD-Filter (Foto: OMICRON electronics
GmbH)

Die Messgeräte kommunizieren mit einer Software, die die Messsignale gleichzeitig aufzeichnet, analysiert und visualisiert. Ole Kessler: „Mit der MPD 800-Software haben Benutzer die Messanordnung aller angeschlossenen Geräte und die TE-Messdaten für jeden Messkanal immer im Blick.“ Benutzer können außerdem individuelle Prüfspezifikationen wie Kalibrier- und Messeinstellungen auf der Grundlage anwendbarer internationaler Normen für bestimmte TE-Prüfungen und -Prüflinge definieren und als Profile für aktuelle oder zukünftige Messungen speichern. Darüber hinaus haben die Anwender die Möglichkeit zu entscheiden, welche Funktionen der TE-Mess- und -Analysesoftware sie für eine bestimmte TE-Messung tatsächlich brauchen. Diejenigen Funktionen, die im konkreten Fall für eine TE-Prüfung und -Protokollierung nicht benötigt wird, lassen sich im Anwenderprofil ausblenden. Durch diese Option will OMICRON die TE-Prüfung und -Analyse weiter vereinfachen und damit wirtschaftlicher gestalten.

Kompatibilität für MPD 600-Anwender

Anwender von MPD 600-Systemen können ihre vorhandene Software auf die neue MPD 800-Software upgraden, um die neuen und erweiterten Funktionen zu nutzen. Es ist auch möglich, in ein und demselben Prüfaufbau neue MPD 800-TE-Messgeräte mit bereits vorhandenen MPD 600-Geräten zu kombinieren. Mit der MPD 800-Software können die TE-Daten aus allen angeschlossenen Geräten gleichzeitig aufgerufen und analysiert werden. (pq)

OMICRON electronics GmbH
Verena Rein
verena.rein@omicronenergy.com
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