VDI-Statusreport zu Mikro-KWK

12.03.2020 – Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zählt neben der Photovoltaik und der Windkraft zu den zentralen konzeptionellen Elementen der deutschen Energiewende. Im neuen Statusreport „Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen“ zeigt der Verein Deutscher Ingenieure e. V. (VDI) den Stand der Technik sowie Trends auf und gibt Tipps zur Abrechnung von Wärme- und Stromerzeugungskosten für Verbraucher.

Gesetzgeber ist gefordert

Mikro-KWK-Anlagen können sowohl in Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern sowie Gewerbebetrieben einen großen Teil der elektrischen und thermischen Grundlast erzeugen. Von den jährlich rund 700.000 installierten Heizsystemen belief sich der Anteil von Mikro-KWK-Anlagen im Jahr 2018 lediglich auf etwa 0,3 Prozent. Bis 2030 sei ein Anteil von über 5 Prozent möglich, jedoch sei der Gesetzgeber gefordert, langfristige Rahmenbedingungen bereitzustellen, die Investoren Entscheidungssicherheit geben. Gleichzeitig müssten bestehende Hindernisse in Gesetzen und Verordnungen beseitigt werden, um beispielsweise auch der Wohnungswirtschaft einen wirtschaftlich tragfähigen Zugang zu ermöglichen.

Contracting als Beispiel für Ungleichstellung

Insbesondere in der Wohnungswirtschaft könnten bereits bestehende Contracting-Lösungen einen spürbaren Effekt auf die Reduzierung von CO2-Emissionen haben. Bei einer Contracting-Lösung versorgt der Energiedienstleister ein Objekt mit Strom und Wärme. Planung, Errichtung, Finanzierung, Betrieb sowie Wartung und Instandhaltung werden vom Contractor als Komplettpaket angeboten. Diese Aufteilung führe dazu, dass das wirtschaftliche Risiko bezüglich Investition und Betrieb nicht dem Endkunden aufgeladen wird. Im Falle von Contracting und Eigenbetrieb ist jedoch eine Ungleichstellung bei der fälligen Zahlung der EEG-Umlage festzustellen. Da der Contracting-Geber die EEG-Umlage auf den Strom erheben muss, den er an den Endkunden bzw. Mieter liefert, werde der Ausbau beeinträchtigt. Würde beispielsweise der Eigentümer eines Einfamilienhauses die gleiche KWK-Anlage im gleichen Objekt selbst betreiben, entfiele die EEG-Umlage.

Neue Innovationen

Bereits heute ist ein breites Spektrum an KWK-Technologien für unterschiedlichste Einsatzbereiche vorzufinden – vom Einfamilienhaus bis zum Nahwärmekonzept für ganze Straßenzüge oder Großobjekte. Und mit Brennstoffzellen-Heizgeräte oder der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK) werden neue Technologien in den nächsten Jahren auf den Markt treten.

Der vollständige VDI-Statusreport „Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen – Status und Perspektiven“ der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (GEU) steht kostenlos an dieser Stelle zum Download bereit. (ds)

www.vdi.de